Kellingusen – Hubertus Eggeling, vor mehr als 40 Jahren Begründer der Band „The Blues Guys & the Guinness Horns“ in Hildesheim, freut sich bereits lange vorher auf das Konzert seiner Band in Kellinghusen. Im Interview mit Ludger Hinz (LH) hebt er die besondere, langjährige Beziehung zu PEP und die vielen freundschaftlicehn Begegnungen hervor, die er mit der Band zu ihrem „zweiten Zuhause“ bereits hatte:
LH: Seit fast 30 Jahren seid ihr ja gefühlt jedes Jahr bei PEP aufgetreten. In eurer Kellinghusen-Historie habt ihr doch bestimmt von Anfang an eine Menge interessanter Dinge erlebt?
HE: Jedes Konzert in Kellinghusen ist besonders und einzigartig. Wir freuen uns jedes Mal „immenst“ darauf, hier zu spielen. Das hat uns umso mehr überrascht, weil wir den Kulturverein PEP vorher noch nicht kannten.
LH: Erinnerst Du Dich an einen bestimmten, besonderen Auftritt dort? Und wenn ja: Warum?
HE: Genau! Da fällt mir ein: Gemäß der Absprache sollte der Wirt bei unserem ersten Konzert im Altdeutschen Haus die Getränkerechnung übernehmen. Er weigerte sich am nächsten Morgen aber kategorisch. Denn einer unserer damaligen Mitmusiker war ein ausgewiesen ausdauernder (Be)Kenner der Cognac-Degustation. Und hat da ordentlich zugeschlagen. Hinzu kam die ungewöhnliche Hitze jenes Tages, die unvermindert bis weit in die frühen Morgenstunden anhielt, die Protagonisten zur Flüssigkeitsaufnahme quasi nötigte und angelegentlich in charmant-dezente Momente der Verbrüder- nebst Verschwesternung hinleitete.

LH: Seit wann spielt ihr überhaupt schon bei PEP? Und wann war überhaupt euer erster Auftritt dort?
Hubertus „Hubsy“ Eggeling (HE): Der erste Auftritt, auf den ich mich hier beziehe, war am 23. August 1997, direkt nach unserer 5. Kanadatournee: Open Air im mittlerweile nicht mehr existierenden Altdeutschen Haus.
LH: Wie ist es dazu gekommen? Wurdet ihr gebucht, angefragt oder war es Eigeninitiative?
HE: Der Vorsitzende Oliver Zantow hatte ein Infoblatt von uns in die Finger bekommen. Es folgte ein tolles, sofort warmherziges Telefonat. So kam es zum „1. Mal“. Und meines Wissens zum ersten Open Air von PEP.
LH: Welchen Eindruck hast Du und habt ihr von dem Verein? Von den Mitgliedern? Und vom Auftrittsort?
HE: PEP ist unserem „Heimatverein“, dem „Cyclus 66“ in Hildesheim, sehr ähnlich. Die Strukturen sind vergleichbar. Die Organisation ist professionell und entspannt. Die Mitglieder sind unglaublich nett, engagiert und die Atmosphäre ist freundschaftlich und familiär. So war es von Beginn an! Wir fühlen uns sehr gut aufgehoben und eingebettet. Das Catering ist super und liebevoll zubereitet. Die Zusammenarbeit mit den Ton- und Lichttechnikern ist immer klasse. Wenn wir nach Kellinghusen kommen, fühlt es sich an, als kämen wir nach Hause, in unsere 2. Heimat. Es sind freundschaftliche Bindungen entstanden. Ein seltenes Gut!

LH: Spielt ihr jeweils im Rahmen einer Tour oder reist extra für diesen Gig an? Wie weit ist das überhaupt?
HE: Wir reisen extra für das Konzert an. Das sind jeweils hin und zurück etwa 500 Kilometer.
LH: Alle Achtung, das ist ja schon recht weit. Wie lange dauert denn dann eure Anreise?
HE: Je nach Straßen- und Witterungsverhältnissen drei bis fünf Stunden für eine Fahrt.
LH: Wie reist ihr denn an und ab? Und wann jeweils?
HE: Manches Mal bereits am Vortag mit Bus und Pkw. So können wir entspannt aufbauen, checken und das Miteinander genießen. Meistens kommen wir aber direkt, bauen auf, checken und spielen.
LH: Als Live-Band auf Tour macht man ja eine ganze Menge mit. Wie habt ihr bei euren Auftritten das Publikum bei PEP erlebt?
HE: Ein offenes, tolles, Publikum, das sehr konzentriert, aufmerksam, sehr freundlich und hingebungsvoll ist. Ein Publikum, das sich wie wir auf den Abend freut. Mit uns gemeinsam feiert, Spaß hat und tanzt, wenn ihm danach ist.

LH: Richtet ihr euer Programm für den Abend am Gastgeber aus? Oder spielt ihr das, was ihr auch woanders spielt?
HE: Wir modifizieren unser Set. Es kommen – jetzt auch – immer wieder neue Stücke hinzu.
LH: Wie empfindest Du die Atmosphäre generell bei PEP?
HE: Wir empfinden die Atmosphäre als äußerst familiär und freundschaftlich. Einige Mitglieder von PEP haben uns im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in Hildesheim zum Konzert oder unserer traditionellen „Braunkohlwanderung“ besucht. Allein die Tatsache, dass wir unsere Silberhochzeit „25 Jahre PEP & Blues Guys“ vor vier Jahren in Kellinghusen gefeiert haben, spricht für sich.

LH: Ihr habt ja auch immer ein bisschen Merch dabei. Kaufen die Leute auch ewas davon?
HE: Ja. Und dann wollen sie auch Autogramme. Aus all den genannten Gründen würden wir auch weiterhin gerne bei PEP auftreten. Ohne pathetisch klingen zu wollen: Kellinghusen und PEP ist für uns eine Herzensangelegenheit.
Interview: Ludger Hinz