Kellinghusen – Nun einmal wieder etwas ganz Anderes, dachte ich als das nächste Konzert von PEP angekündigt wurde: Nach einem bombastisch gut besuchten Konzert der norddeutschen Kultband „Illegal 2001“ zwei Wochen zuvor mit vielen Hundert Fans kam jetzt einmal wieder ein Interpret für Kenner nach Kellinghusen.
Bei PEP stand mit der Norman Beaker Band allerdings gleichzeitig auch ein „alter Bekannter“ auf der Bühne, wie der Vorsitzende Oliver Zantow erfreut bemerkte. Denn der englische Blues-Rock-Musiker war hier mit seiner Band schon mehrmals zu Gast – allerdings immer gemeinsam mit Sänger Chris Farlowe.

Begleitete der Musiker mit seiner Band den britischen Sänger bis dato immer auf seinen Tourneen, so stand nun eine Neuerung auf dem Programm, auf die alle Fans gespannt waren: Jetzt präsentierte die Bluesformation aus dem Raum Manchester zum ersten Mal ihr eigenes Programm – und wollte damit auch zeigen, dass sie zu den führenden Interpreten des britischen Blues gehört.

Denn das tut sie, wie ihre erfolgreiche musikalische Tätigkeit beweist, steht sie doch schon seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne und wurde schon diverse Male mit unterschiedlichen Preisen ausgezeichnet. Der Blues-Gitarrist, Sänger und Songwriter Norman Beaker (75, aus Manchester) hat mit diversen Stars bereits zusammen gespielt und ist seit 2017 in der „Blues Hall of Fame“ vertreten – eine Ehre, die bisher nur Künstlergrößen wie Eric Clapton zuteil wurde. So wehte ein Wind von Legendenstatus durch die Ulmenhofschule.
Dass hier dennoch nicht so viele Fans wie bei „Illegal 2001“ am Start sein würden, war vorher schon klar, dafür ist die Band in deutschen Landen doch zu unbekannt. Deshalb zog PEP aus der Hohenlockstedter Kartoffelhalle auch wieder zurück in die Ulmenhofschule.
Dennoch zeigte der Blick in die Runde hier durchaus Überraschendes, wurde die dreistellige Besuchergrenze doch nur knapp verfehlt, so dass die Aula der Ulmenhofschule recht gut gefüllt zu sein schien. Ihnen bot die Band dann eineinhalb Stunden lang in ihrem aktuellen Programm eine Mischung aller Arten des Blues mit viel Energie und ebenso viel Humor.
Gemeinsam mit Marko Mattietti (Bass)

und AJ Hale (Drums)

bewies Norman Beaker, der mit seiner Band in der britischen Blues-Szene seit den frühen 1970er Jahren aktiv ist, sich als stilsicherer Routinier und wartete mit leicht zugänglichen Blues-Rock-Songs auf, die das Publikum zuerst mitwippen, dann mitsingen und schließlich auch noch mitklatschen ließen.
Vor allem die Titel neueren Datums von seinem jüngsten Album „Running down the clock“ (2020) kamen bestens an. So zeigte sich nach eineinhalb Stunden, dass Norman Beakers Konzert alles andere tat, als – wie sein Albumtitel vermuten lassen könnte – einfach nur „die Zeit herunter zu spielen“.
Fotos und Text: Ludger Hinz