Roger Chapman

Gespeichert von Webmaster am 12. Dezember 2010 - 23:35

Chappo rockte auf höchstem Niveau

Und dann stand er tatsächlich auf der Bühne: Roger Chapman, internationaler Star seit Jahrzehnten und Sänger des Welthits "Shadow on the wall". Holzfällerhemd, Jeans - nahezu unauffällig steht er da vor dem Publikum der voll besetzten Ulmenhofschule, doch bereits mit dem ersten Stück stellt er seine besondere Klasse unter Beweis. Chappo röhrt und rockt, wie ihn die Fans lieben. Er spielt mit dem Publikum, wenn es sich anbietet sogar mit dem Handtuch und natürlich mit seiner Stimme. Wo Blueser bei den gern gespielten Train-Songs Pfeiff-Signale und Fahrgeräusche üblicherweise mit der Harp darstellen, gelingt Chappo dies zum Beispiel spielend mit der Stimme.

Die Stücke seines Programms reichen von alten "Family"-Titeln über den oben erwähnten Megahit bis hin zu brandneuen Produktionen. Und die Lieder klingen sehr abwechslungsreich. Dieses allerdings liegt vor allem an Steve Simpson, dem Gitarristen, der sich an der E-Gitarre ebenso wohl fühlt, wie an der akustischen oder der Fiddle.

Die Stimmung kocht, die Fans johlen, pfeifen, tanzen, singen mit. Die Party ist in vollem Gange, als sich Chappo nach einer Stunde plötzlich mit "Vielen Dank, gute Nacht" in die Garderobe verabschiedet. Die Reaktionen reichen vom ungläubigen Gelächter bis zur entsetzt gestellten Frage, ob jetzt Pause sei. Aber offensichtlich brauchte Chappo das Gefühl, dass die folgenden 4o Minuten seines Programms Zugaben genannt werden. Na gut, sei`s drum. Am Ende haben wir zwar ein immer noch recht kurzes, aber grandioses Konzert erlebt.

Nach dem Konzert schien sich Chappo dann jedoch schier unbegrenzt Zeit zu nehmen für seine Fans. Er ließ sich fotografieren, plauderte und signierte mit einer engelsgleichen Geduld. Dann erkundigte er sich nach einer netten Kneipe und freute sich auf einen Zug durch die Gemeinde. Diesen Teil der Party mussten wir dann allerdings dem Glatteis opfern. Als wir tief in der Nacht die Ulmenhofschule abschlossen, waren die Straßen bereits kaum mehr befahrbar und die Entscheidung von Bernie, dem Tourbegleiter, rechtzeitig ins Hotel zurückzufahren, mit Sicherheit die vernünftigere. Es war ja vielleicht nicht die letzte Gelegenheit, mit Chappo ein Bier trinken zu gehen.

Oliver Zantow