Pe Werner

Gespeichert von Webmaster am 9. Dezember 2010 - 0:54

Pe Werner in der Ulmenhofschule:

Die Herzkönigin erobert Kellinghusen

Sonntag Vormittag: Leidlich ausgeschlafen sitze ich vor dem PC und versuche in Worte zu fassen, wie ich den gestrigen Abend wahrgenommen habe. Im Hintergrund spielt die "Herzkönigin".

Keine einfache Aufgabe, sich diesem Artikel zu stellen. Wenn ich damit anfange, wie unglaublich sympathisch mir Pe Werner und ihre Jungs sind, wie freundlich, offen und unkompliziert die Stunden mit ihnen verliefen, entsteht bestimmt schnell der Eindruck: Na klar, bei PEP war wieder alles "supi" ! Aber gerade das war es nicht. Es begann nicht mit dieser "Jura-Studenten-Begrüßung" mit Küsschen hier und drücken da, es war nicht diese "Ach, was sind wir alle toll und so engagiert und so progressiv - Atmosphäre". Es stimmte einfach die Chemie und deshalb verlief der Tag vom ersten "Hallo" bis zur Verabschiedung unkompliziert und unglaublich nett. Ich muss dazu sagen: Wir hatten auch einen leichten Start, denn bereits in Itzehoe, wo die Band nach dem Einchecken im Hotel noch Essen war, schwärmte man ihnen bereits beim Italiener vor, dass in Kellinghusen immer viel los sei, dass Chapman gerade erst im Dezember da war und die Konzerte immer besonders schön seien. Als Pe Werner und ihre Jungs dann eintrafen, genossen sie gleich das liebevolle Buffet, das Andrea auch dieses Mal wieder vorbereitet hatte. Und da die Band am Vorabend nur einen Pappteller mit Brötchenhälften serviert bekommen haben soll, hatten wir es auch nicht allzu schwer, für einen guten ersten Eindruck zu sorgen.

So, wie wir die Musiker vor der Bühne kennengelernt haben, präsentierten sie sich dann auch auf der Bühne. Sie boten ein zweistündiges Konzert, das alles enthielt, was Zuschauer sich nur wünschen können: Ein eingespieltes Team fantastischer Musiker  und eine Sängerin, die alle Register ihres Könnens gezogen hat. Und das beschränkte sie bei weitem nicht nur auf ihre Hits, die sie vom "Kribbeln im Bauch" bis zu "Weibsbilder" alle gebracht hat. Pe Werner war Sängerin, Entertainerin und Kabarettistin zugleich. Einfühlsame Lieder wechselten mit bissigen Wortbeiträgen, spontan und humorvoll griff sie auf alles auf, was ihr einfiel. Ob sie auf die Beschaulichkeit unseres Städtchens einging, Probleme mit der Lichtanlage ansprach, die Rot-Kreuz-Helfer auf die Bühne holte oder einen Zwischenrufer beim Wort nahm: Was Pe Werner dargeboten hat, war unterhaltsam und höchst professionell zugleich.

Und dann sind da noch ihre Lieder, die allesamt aus ihrer eigenen Feder stammen und die ihr zurecht, den Ruf der wohl bedeutendsten deutschsprachigen Liedermacherin einbrachten (Schade, dass es keine passendere Übersetzung für den englischen Begriff des Singer/Songwriters gibt!). Der "Segler aus Papier", der "Trommler in der Brust", "Nicht mit dir und nicht ohne dich" oder "Nimm deinen Hut": Ihre (noch) aktuelle CD "Herzkönigin" ist eine Ansammlung himmlischer Balladen und so mancher Künstler wäre wohl froh, wenn er solch ein Album jemals als "Best of" veröffentliche könnte.

"Wenn ich mir von dir was wünschen kann, dann etwas, das man nicht bezahlen kann." singt sie im "Segler aus Papier". Wenn ich mir etwas von Pe Werner wünschen dürfte, wären es viele weitere solcher gemeinsamen Abende. Na klar, die Gage ließe sich bezahlen. Aber gerade den unbezahlbaren Teil dieses Abends meine ich. Womit ich wieder beim Anfang wäre...