Klaus Kordon

Gespeichert von Webmaster am 9. Dezember 2010 - 0:31

Klaus Kordon: Auf der Autoren-Hitliste ganz oben!

Über die Lesung berichtet Anke Nötzelmann

Auf der Hitliste der PEP-Leute ganz oben - so kündigte Oliver Zantow dem im Bürgerhaus Kellinghusen versammelten Publikum den Autor Klaus Kordon an. Nach der Lesung hätte man wohl die Einschränkung "der PEP-Leute " weglassen können.

Der für seine Kinder- und Jugendromane bereits mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Klaus Kordon, geboren 1943 in Berlin, las aus seiner "Trilogie der Wendepunkte ", seinem wohl bekanntesten Werk, in dem er Zeitgeschichte aus der Sicht einer Berliner Arbeiterfamilie darstellt. "Ich hatte nie vor eine Trilogie zu schreiben", beteuerte Kordon. Hätte er das vorher gewusst, hätte er gar nicht erst angefangen zu schreiben. Zum Glück hat er angefangen, und sogar bis zum 3. Teil ausgehalten.

In seinem drei Bücher mit je 500 Seiten umfassenden Werk erzählt er die Geschichte der Familie Gebhardt in Berlin zu drei entscheidenden Zeiten. Aus der Sicht des dreizehnjährigen Helle beschreibt Kordon im ersten Band "Die roten Matrosen, oder ein vergessener Winter " das Ende des Ersten Weltkrieges. Im zweiten Band "Mit dem Rücken zur Wand"  erlebt Hans, der jüngere Bruder von Helle, die Machtübernahme Hitlers 1932/33 mit. Helles Tochter Änne berichtet im dritten Band "Der erste Frühling" vom Ende des Zweiten Weltkrieges im Frühjahr 1945.

Um den zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen, beschränkte Klaus Kordon sich, nach einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte des ersten Bandes, auf entscheidende, sowohl historisch als auch für den Verlauf des Romans wichtige Szenen aus dem zweiten und dritten Band, die er dem gespannten Publikum vorlas. Übrige Handlungen erzählte er frei in gekürzter Fassung, so dass auch  diejenigen, die die Bücher noch nicht kannten, den Zusammenhang verstehen konnten. Eine angenehme Stimmung, trotz der ernsten Themen, schuf Kordon z.B. durch Kommentare, wie die Beschreibung des U-Bahntunnels bei einem Luftangriff : "Dann geht auf einmal das Licht aus. Hier und da werden Kerzen angezündet.----Tja, das sah dann wohl in etwa so aus wie hier jetzt!" Womit Klaus Kordon die Atmosphäre im Bürgerhaus meinte, wo ebenfalls Kerzen brannten. Ansonsten war die Stimmung, die Andrea mit den kleinen Ostereiern und dem Duft nach Kaffee mal wieder geschaffen hatte, weit entfernt von der angsterfüllten Spannung während eines Luftangriffs.

Der Höhepunkt des Abends folgte aber nach der Lesung: Nun konnten Fragen an Kordon gestellt werden ,die er ausführlich beantwortete.

Dabei sprach er über die Arbeit als Autor, seine persönliche Geschichte (Kordon saß ein Jahr in der DDR im Gefängnis, getrennt von Frau und Kindern, und wurde dann von der BRD freigekauft. - Eine Geschichte, die mich sehr beeindruckt hat!), seine derzeitige Arbeit (ein Roman über einen Häftling .....aha!) und natürlich über seine Romane und Romanfiguren.

Die anschließende Autogrammstunde, wo alle mitgebrachten oder vom Büchertisch des Buchladens Köhlmann neu angeschafften Bücher signiert wurden, bildete einen schönen Abschluss.

Klaus Kordon ist jetzt nicht mehr nur ein Name auf dem Buchumschlag. Wir haben ihn als einen sympathischen Menschen kennen gelernt, der es versteht seine Zuhörer zu fesseln und zu begeistern.

Mögen das noch viele nach uns erfahren!