Wolfgang Rieck

Gespeichert von Webmaster am 9. Dezember 2010 - 0:24

Homage an Mecklenburg und die plattdeutsche Sprache

Wolfgang Rieck lud uns ein an diesem Abend, er lud uns ein zu einer ganz besonderen Reise durch Mecklenburg. Mit seinen Liedern und seinen (überwiegend) plattdeutschen Texten gelang es ihm, auf charmante Weise die Eigenarten der Mecklenburger und ihrer Landschaft hervorzuheben. Er tat dies mit Werken, die unterhaltsam und doch anspruchsvoll, die abwechslungsreich mal einen humorvollen, mal einen ernsten Hintergrund hatten. Goethe kam an diesem Abend ebenso zum Vorschein wie Tucholsky oder von Fallersleben. Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Wolfgang Rieck las oder sang zwar immer wieder Stücke seiner berühmten Kollegen, es überwogen jedoch seine eigenen Werke, die sich nahtlos in die der großen Namen einfügten.

Wolfgang Rieck trug vor, was Kurt Tucholsky in Worte gefasst hat: "Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern und vor allem, wenn man will, herrlich besoffen ... Es ist jener Weg, den die deutsche Sprache nicht gegangen ist, wieviel kraftvoller ist da alles, wieviel bildhafter, einfacher, klarer - und die schönsten Liebesgedichte, die der Deutsche hat, stehen auf diesen Blättern." Und Wolfgang Rieck balancierte mit seinem Programm sicher an der Gefahr vorbei, mit seinen Stücken "in die Hände dummer Heimatdichter zu fallen, die der Teufel holen möge", wie Kurt Tucholsky seine Sympathie für diese "Oberförster des Meeres" zusammenfasste.

Zur Lebendigkeit der Landschaften und Menschen, die Wolfgang Rieck vor uns aufbaute, sei als Beispiel die Geschichte von Alfred Kerr erwähnt, der sich über die von Weiden gesäumten Wege amüsierte: "Und indem die Weiden in ihrem eigensinnigen Wuchs durcheinander zu torkeln scheinen, die eine schief nach außen, die andere grad, die dritte quer nach innen: indem machen diese Seitenstraßen einen besoffenen Eindruck. Ich hätte nie gedacht, dass eine Landschaft so zum Lachen herausfordern kann."

Das Lachen kam auch bei Wolfgang Rieck nicht zu kurz. Ob in Form von Anekdoten oder mittels der herrlichen Geschichte vom "Wunnerdokter". Der Mecklenburger achtete feinfühlig darauf, dass sein Programm nicht zu kopflastig geriet.

So verbrachten wir einen kurzweiligen Abend, der für die Helfer-Crew sogar noch eine nächtliche Zugabe beinhaltete.

Es war ein sehr netter Abend mit dir, Wolfgang!