Folkfestival

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5. Kellinghusener PEP-Folk-Festival

In der Ulmenhofschule von Kellinghusen fand vom 6. bis 7. September 2002 das fünfte PEP-Folk-Festival statt.

Das Angebot an Künstlern reichte von stimmungsvoller Harfenmusik von Thomas Breckheimer am Freitag, bis Folk-Entertainment von der Gruppe Garifin am Sonnabend. Dazwischen bot PEP  dem Publikum viele Highlights der Folk-Musik.

Der Freitagabend fing mit den angenehmen Klängen  der Harfe in den Meisterhänden von Thomas Breckheimer an, der viele irische Melodien, insbesondere des Komponisten Turlough O'Carolan, stimmungsvoll vortrug. Thomas Breckheimer gehört zu versiertesten und profiliertesten  Harfenspieler Deutschlands. Seine Melodien erzeugten eine wohlige Atmosphäre, wie ein Wintersabend mit guten Freunden am Kamin.

Es folgte die Anne Wylie Band. Anne Wylie ist gebürtige Irin, die ihre musikalischen Traditionen auf neue frische Art  umsetzte. Begleitet von 2 exzellenten Musikern bot sie dem Publikum ein Programm von irischen Liedern, neu arrangiert, sowie eigene Kompositionen, auf eine ganz eigenwillige Art, mal auf englisch, mal in ihrer Muttersprache, gälisch. Eingebettet in ihren Liedern waren eindeutige Elemente aus Jazz Pop, Ethno und World Music.

Highlight des Abends war die Band Tears for Beers, mit ihrem Folk-Rock Programm aus schottischen und irischen Liedern. Tears for Beers dürfte die bekannteste Folk-Rock Formation Schleswig-Holsteins sein. Folk-Puristen würden bei solcher Musik die Stirn runzeln, die ist auf jeden Fall sehr schwungvoll, gekonnt und erzeugt die richtige Stimmung für ein Folk-Festival.

Am Sonnabend waren die Erwartungen hoch. Die Bands More Maids, 422 und Garifin standen auf dem Plan.

Zunächst betraten die More Maids die Bühne. Die Folk Ladies sind wohl die aufregendste Entdeckung der letzten  Zeit in der deutschen Folk-Szene. Gegründet 1998 als Einmalauftritt, durfte sie nicht aufhören, aufzutreten. Sie wurden plötzlich sehr gefragt. Sie boten Folk-Musik der präzisen Art. Alles gut arrangiert, perfekt und charmant vorgetragen. Die Kombination von Gitarre, Bouzuki, Geige, Querflöte und Gesang vermittelte dem Publikum das Gefühl, in einer irischen Kneipe zu sitzen und bei einem Pint Guinness, gute Musik zu hören.

PEP ist es gelungen, den Folk-Fans eine Deutschland- Premiere zu bieten:

Die Nordenglische Folkband 422 (Vier-zwei-zwei oder vor-tu-tu auf englisch) ist von PEP aus England nur für dieses Festival eingeflogen worden. Die Band, bestehend aus  fünf jungen Leuten zwischen 20 und 24 Jahren ist unserer Einladung gefolgt und nach Kellinghusen gekommen. Die Band: Emily Ball (Geige), Sophy Ball (Geige), Joey Oliver (Flöten), Ian Stephensen (Gitarre) und Sam Pirt (Akkordeon)  ist das beste, was man an Folkmusikern zur Zeit erleben kann. Die Band spielt traditionelle Melodien aus ganz Europa, selbst arrangiert auf sehr erfrischender Art. Sie sind nicht nur begnadete Musiker (innen), sie sind dabei noch völlig normale Jugendliche, die sehr viel Spaß an Musik haben. Sie haben im Jahr 2000 vom englischen Rundfunksender BBC den Talentpreis für Folkmusik erhalten. Sie haben letztes Jahr das Tonderner Festival in Dänemark erstürmt. Dieses Jahr haben sie Kellinghusen erstürmt.

Ihre Musik ist keltisch, skandinavisch, polnisch. Ihre Musik ist selbst erarbeitet. Vier der jungen Leute studieren Musik auf der Universität von Newcastle, Nordengland, Fachrichtung Folkmusik. Dort werden ihre schon vorhandenen Talente gefördert.

Ihre Musik begeisterte das Publikum. Ihre Ansagen waren charmant, unbekümmert, ungeübt, witzig, jugendlich. Die Herzen des Publikums haben sie dabei gewonnen. Leute, die letztes Jahr in Tondern waren, sind viele Kilometer gereist, um bei PEP die Band 422 nochmals live zu erleben.

Nach der Pause betrat die norddeutsche Band, Garifin, die Bühne, sichtlich bewegt vom Auftritt der Band 422. Der Sänger Guido ging ans Mikrofon und sagte "Was können wir noch anbieten nach dem Auftritt von 422". Die Band hatte dennoch viel zu bieten und brachte das Publikum mit ihrem schwungvollen Folkrock zum Toben. Ihre Kombination aus Balladen, Trinkliedern, Jigs und Reels kam bei den Zuschauern sehr gut an.

Als Abschluß des Abends holte Garifin die anderen beiden Bands auf die Bühne für eine Session. Sie spielte 3 Reels und zum Abschluß sangen sie zusammen "Will ye go, lassie go", eine schottische Ballade.

Der Abend war sehr gelungen. Das Publikum war begeistert. Die Bands waren mit PEP auch sehr zufrieden. Das Catering von Andrea wurde von allen Seiten hoch gelobt.