Paul Millns

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 19:16

Der undressierte Liedermacher

Endlich vorbei! Es kann auch zur Last werden, zur Schublade, aus der man am Ende nicht wieder rauskommt: Der ewige Geheimtipp, den jeder empfiehlt, aber keiner kennt, geschweige denn dessen Konzerte besucht.
Wir auf jeden Fall werden Paul Millns zukünftig nicht mehr als Geheimtipp anpreisen, das gehört seit Freitag der Vergangenheit an.
Bei seinem letzten Konzert in der Ulmenhofschule ist er schon lautstark gefeiert worden, aber das geschah im Rahmen des Blues-Festivals. Wir konnten also nicht annehmen, dass die Zuschauer seinetwegen gekommen waren. Nun stand er (fast) alleine auf der Bühne und jeder der vielen Anwesenden wollte seine Musik hören.

Und sie war erneut wunderbar, seine Musik: poetisch, einfühlsam, ausdrucksstark. Seine Texte dazu: kraftvoll, dynamisch, undressiert.
Paul Millns streichelt die Tasten des Flügels, spielt und singt seine Balladen ganz sanft. Unmittelbar darauf folgt einer seiner vielen bissigen Kommentare zum Zeitgeschehen. Dabei verflucht er mal die Handys, als nächstes verpasst er Tony Blair ("George W. Bushs Pudel") eine Breitseite.
Mit temporeichen Stücken gibt er seinen Zuhörern dann wieder Gelegenheit zum Mitklatschen und -swingen.

Das soweit zu Paul Millns. Aber dann war da auch noch Butch Coulter. Der Gitarrist und Harpspieler war das akustische Sahnehäubchen des Abends! Butch sorgte nicht nur für mehr Klangvolumen, er ergänzte das Pianospiel von Paul perfekt. Beschränkte er sich mit der Gitarre noch weitgehend darauf, Paul zu begleiten, setzte er an der Harp durch zahlreiche Soli eigene Akzente.
Kein Wunder also, dass die Zuschauer begeistert, seine neue CD nach kurzer Zeit ausverkauft war. Nun müssen wir uns ja auch wieder eine Weile mit der CD begnügen, ehe es wieder heißt: PEP präsentiert Paul Millns.

Die Zeit bis dahin beginnt jetzt schon lang zu werden.

Oliver Zantow