Achim Reichel und Band

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 19:13

Achim Reichel "back to the roots"

Es war toll!!! Dieses für ein Achim Reichel-Konzert selbstverständlich erscheinende Fazit stand für uns keineswegs von vorneherein fest. Schließlich veranstalten wir unsere Konzerte in der Ulmenhofschule und nicht in der Großen Freiheit. Und da müssen die Musiker schon kompromissbereit sein, wenn sie sich mit sechs Mann, Equipment und Drum-Podest das bisschen Bühne teilen müssen. Und die Techniker müssen äußert flexibel sein, wenn sie wie gewohnt zwei LKW-Ladungen Boxen und Elektrik ausladen und aufbauen möchten. Die Jungs der Kieler Firma OPUS waren dies glücklicherweise, haben sich im Vorwege mit uns in Verbindung gesetzt und sich auf eine Mindestausstattung beschränkt. Es landete das größte Monitor-Mischpult, das je in dieses Forum gefahren wurde, hinter der Bühne und statt der angekündigten vier mal vier Meter benötigten sie nur noch knapp die Hälfte des Platzes für ihr Mischpult im Saal. So blieb dann doch noch Platz für die Zuschauer.

Abstriche mussten die Künstler natürlich auch hinsichtlich ihrer Garderoben machen, denn in einer Schule wimmelt es nun einmal nicht von Räumen mit dazugehörigen Toiletten, großen Standspiegeln und anderen Annehmlichkeiten großer Konzertsäle. Aber auch dies stellte für Band und Crew kein Problem dar, die Zusammenarbeit mit Achims Mitarbeiter Gerd Krombholz hinsichtlich der vielen Details solch eines Künstlervertrages verlief so wunderbar problemlos, wie man es sich nur wünschen kann.

Und sind diese technischen und räumlichen Voraussetzungen erst einmal bekannt und akzeptiert, können wir ja loslegen und unsere Stärken ausspielen. Dann kommen unsere Harry Potters und Hermines zum Einsatz und verzaubern einen Werkraum in wenigen Minuten in eine liebevoll eingerichtete Garderobe, in der nicht einmal der Weihnachtsbaum, geschmückt mit 24 Überraschungseiern, fehlt. Dann werden Zutaten in ein Buffet verwandelt, dass selbst Achim Reichel, der sonst eher vegetarisch isst, von den Pfeffer-Würsten gar nicht genug bekommen kann. Nichts kommt aus der Konserve, sogar der Wein ist aus ökologischem Anbau. Und als die Jungs nach der Show dann noch mit unserem Rebsorten PEP-Sekt anstoßen, ist die Stimmung perfekt. Achim genießt das "Back to the roots"-Gefühl, die Nähe zum Publikum und die tolle Atmosphäre.

 

Diese Ausgelassenheit nimmt er dann auch mit auf die Bühne. Er lacht, tanzt und feiert mit seinen Fans, die ihn ihrerseits mit rhythmischem Klatschen und den nie enden wollenden Refrain von "Steaks und Bier und Zigaretten" umjubeln. Dass ihm innerhalb weniger Minuten zwei Saiten reißen und einer seiner Musiker zwischendurch schnell mal "verschwinden" muss, macht den Auftritt nur noch persönlicher.

Das Programm enthält neben den vielen bekannten Hits vor allem etliche Balladen seiner neuen CD "Wilder Wassermann", aber auch der ersten Balladen-CD "Regenballade".

Es ist wunderbar mitzuerleben, wie Achim den infolge stumpfsinnigen Auswendiglernens heute nahezu ausgestorbenen Balladen wieder neues Leben einhaucht mit seinen Interpretationen. Die Fans singen jede Zeile mit, wenn Achim Reichel sie in den Schnatermann entführt oder mit Nis Randers einen Schiffbrüchigen rettet. Der Jubel will kein Ende nehmen nach "Trutz Blanke Hans", der Hymne auf Herrn von Ribbeck oder dem wilden Wassermann von seinem neuen Album. In Zeiten, in denen jedes Stück auf seine Radiotauglichkeit überprüft wird und die maschinengesteuerte Musik gar nicht glatt genug klingen kann, ist es mutig von Achim Reichel sich erneut die alten Balladen vorzunehmen und macht es ein wenig Hoffnung, dass dieses Album immerhin den Sprung in die Charts geschafft hat.

Nach über zwei Stunden Programm verlassen dann die Fans mit strahlenden Gesichtern die Ulmenhofschule. Natürlich nicht, ohne sich vorher noch ihre Autogrammwünsche erfüllen zu lassen. Denn ein PEP-Konzert wäre kein PEP-Konzert ohne die Nähe zu den Künstlern. Und so signiert Achim CD`s, schreibt seinen Namen auf Autogrammkarten oder Fotos.

In der Zwischenzeit wuselt die PEP-Crew durch das Forum und verwandelt den Saal wieder in eine Schule.

Als wir um weit nach ein Uhr nachts die Tür hinter uns abschließen, wissen wir aber, wofür wir diesen Wirbel veranstaltet haben:

Kellinghusen hat erneut ein großes Konzert-Highlight erlebt,

scharenweise Fans sind voll auf ihre Kosten gekommen und haben uns mit ihrer Freude und ihrer zahlreich zum Ausdruck gebrachten Dankbarkeit belohnt und zu alledem

... der Steuerzahler hat nicht einen Pfennig (Cent) dazu gezahlt!    

                                                                        Oliver Zantow