Hellmuth Karasek

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 18:32

Der Beischlaf hält oft nicht, was die Onanie verspricht,

aber ein Abend bei PEP bietet oft mehr als erwartet...

Über den Abend mit Hellmuth Karasek berichtet Wulf Ohlsen

 

Was haben Brigitt Bardot, der Schah von Persien, Kevin Costner und Günter Grass gemeinsam?
Und was hat dieser Personenkreis mit Kellinghusen zu tun?

Beide Fragen können die beantworten, die das Vergnügen hatten, am Freitag, 11.04.03, im Bürgerhaus einer der seltenen Autorenlesungen im Kreis Steinburg beizuwohnen: Hellmuth Karasek las aus seinem neuesten Buch "Karambolagen", einer Sammlung von Geschichten, Geschichtchen , Anekdoten und Tagträumen, die ihn mit den oben genannten Personen verbinden.

Karasek (und PEP ) ist es gelungen, uns, dem zahlenden und erfreulich zahlreichem Publikum, einen wirklich unterhaltsamen, abwechslungsreichen und vielseitigen Abend zu bescheren. Auch ohne Funk, Fernsehen und Ranicki zeigte sich der Autor auch oder gerade in der Provinz von einer angenehm menschlichen Seite, keine Starallüren ("Ich will auch mein Publikum sehen, also Spot aus und Deckenlicht an..."), Gesprächsbereitschaft, Zugaben und eine große Bereitwilligkeit, das Ritual des Signierens geduldig, fleißig und überaus originell, zu bewältigen.

So weit, so gut: Karten kaufen, zuhören, klatschen, Fragen stellen (oder nicht), Buch kaufen (oder nicht), Unterschrift holen. Getreu diesem klassischem Strickmuster von Autorenlesungen schien der Abend beendet, ein Abschlussgetränk sollte zur kulinarischen Abrundung beitragen, also begaben wir uns in eine nahe Schänke, in der wir dann zu unserer Überraschung vom etwas später auftauchenden Karasek aufgefordert wurden, uns ihm und einigen begleitenden PEP-Funktionären anzuschließen und einen gemeinsamen Tisch zu besetzen.

Natürlich nutzten wir die uns gebotene Chance, einmal einen sozusagen hautnahen Eindruck zu gewinnen vom Menschen Karasek und diesen zu messen an unseren Voreinstellungen Autoren und Prominenten gegenüber. Im Verlauf des zunächst abwartend geführten, später aber immer lebhafter werdenden Gespräches  unterhielten wir uns über eine Vielzahl unterschiedlicher Themen. Es wurden Bush-at-war-Debatten geführt, Waldsterbenphilosophien ausgetauscht, Aus-dem-Leben-eines-Prominenten-Geschichten erfragt (z.B. Die 7 Personen-Lesung und die Flucht aus dem Osten...), vieles gespickt und gewürzt mit einigen originellen Zitaten (siehe Überschrift). Und H. Karasek zeigte sich überaus offen, lebendig, schrullenlos und launig,  keinerlei Starallüren, keine Aura des Unberührbaren warfen ihre Schatten auf diesen flaschenbiergestützten Abend.

"Schnürsenkel binden werde ich nicht mehr lernen, deshalb werde ich so oft auf der Straße angesprochen."

So hatten wir also den Genuss und das Vergnügen, einen interessanten, anregenden und humorvollen Backstage-Abend in Kellinghusen zu verbringen, der in jeder Hinsicht ungewöhnlich war.

 

Fazit: Gerne wieder! Danke, Hellmuth Karasek! und  Danke, PEP!