Spencer Davis Group

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 18:31

Keep on running, Spencer!

Hunderte von Fans kamen und alle waren am Jubeln nach diesem gelungenen Konzert der Spencer Davis Group! Nein, drei muss ich fairerweise davon ausnehmen.

Zwei absolute Pete York-Fans haben sich bitter darüber beklagt, dass ihr Idol nicht dabei und Steff Procell für ihn eingesprungen war. Spätestens nach dessen Solo in dem legendären "I`m a man" haben die anderen Besucher Steff jedoch geliebt. Überhaupt ging Spencer Davis sehr locker und ehrlich mit dem Fehlen von Pete York um. Der sei eben mit Helge Schneider auf Tour. Wobei er es schon gerne und immer wieder scherzhaft zelebrierte, dass Pete in diesen Tagen tatsächlich für Helge Schneider spiele und sich solche tollen Auftritte wie an diesem Abend entgehen lasse.

Pete hat wirklich etwas verpasst! Die Spencer Davis Group sprühte vor Spielfreude, groovte und rockte, was das Zeug hält. Mit "Keep on running" begannen sie ihre Show und mit eben jenem Stück beendeten sie ihren Auftritt auch. Dazwischen lagen zwei Stunden Party total. Sie haben alle ihre Hits gespielt und sich selbstverständlich gegenseitig viel Raum gelassen für Soli. Natürlich brachte Colin Hodgkinson mit seinem "San Francisco Bay Blues" die Fans zum Toben und auch Eddie Hardin zeigte mehrfach seine Klasse. Die absolute Krönung war für mich allerdings "House of the rising sun", gesungen von Miller Anderson und von selbigem mit einem Gitarrensound versehen, dass ich alles um mich herum vergessen habe! Doch obwohl der Saal zu dieser Zeit längst kochte, sei an dieser Stelle der dritte frustrierte Fan des Abends erwähnt. Gesa Struve hat sich extra auf den Weg gemacht, um Ed Tree wiederzusehen, der Miller Anderson beim letzten Konzert ersetzte, da dieser damals mit Deep Purple unterwegs war. Kein Sekt und kein Solo konnte sie darüber hinwegtrösten, dass Ed zur Zeit in Australien weilt und der Typ am rechten Bühnenrand Miller Anderson war. Bei allem Verständnis für ihre Enttäuschung, wir anderen paar Hundert feierten weiter. "Let`s have a party", "Somebody help me" und natürlich "Gimme some lovin´": Es sollte die Nacht der Klassiker werden. Irgendwann beim Abbauen, mitten in der Nacht, erzählte Spencer Davis, dass er mit den Jungs ein Album aufnehmen wird, auf dem sich ausschließlich neue Songs befinden. Kein Remake, nichts Altes. Das wird bestimmt eine tolle CD. Diese Nacht aber gehörte der Nostalgie. Und es war eine wunderbare Nacht!

Die begann und endete übrigens mit Larry O`Moan, der in diesem Artikel nicht unerwähnt bleiben soll. Mit seiner "Blues, Roots und Dobro Music" kam er mächtig gut an und hat sich großen Applaus erspielt. Beifall für ihn gab es auch am Ende der Nacht, als er in der Garderobe noch einmal zur Gitarre griff und sein Können zeigte. Geklatscht haben anschließend die Jungs der Spencer Davis Group.

Erschöpft, aber wie wir glücklich und zufrieden, machten die Herren sich dann einige Zeit später auf den Weg ins Hotel.

Ich hab mir auf dem Nachhauseweg noch einmal "House of the rising sun" gegönnt und kurz darauf meine Freude über diesen Konzert-Abend in die Tastatur geklopft. Jetzt noch schnell die eine oder andere Stunde schlafen, dann geht der Flieger nach St. Petersburg. Bin gespannt, wie ich mit meinen drei Wörtern russisch unseren Gastgebern erklären soll, warum ich so müde bin und wie klasse es ist, die Spencer Davis Group live zu erleben...

Oliver Zantow