Blues Nacht

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 18:21

Über das Konzert berichtet Besucher Peter Löbel:

Die Bluesnacht des Jahres

Vermutlich sind nicht besonders viele Menschen vor Freitag, dem 11. Juli,  auf die Idee gekommen, dass Tennis und Blues irgendetwas miteinander zu tun haben könnten. Denn eigentlich denkt man beim Blues an alles Mögliche, nur bestimmt nicht an Tennis. Auch würde man von Tennis-Fans nicht unbedingt erwarten, dass sie nach dem Match in die Tiefen des Blues hinabsteigen oder sich gar die Nacht nach einem anstrengenden Turnier in einer Blueshöhle um die Ohren schlagen.

Doch in Kellinghusen scheint so manches anders zu laufen und auch scheinbare Gegensätze können sich hier vereinigen. Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Symbiose kann sich aber auf jeden Fall sehen und vor allem hören lassen. Nicht nur das Publikum, in dem man auch viele Tennisfreaks fand, sondern auch die Musiker waren offensichtlich begeistert. Viel Lob war nach dem Konzert von den Musikern zu hören. Der Dank galt neben den Veranstaltern, denen es gelang den Akteuren das Gefühl eines Heimspiels zu vermitteln, auch dem Publikum, das in einzigartiger Weise mitging. Dies konnte zugegebener Weise auch nicht besonders schwer fallen.

Schon Colonel Kowski  & The Bad Boys brachten die Fans wie gewohnt zur Begeisterung; dies war nicht zuletzt den überaus professionell agierenden Gitaristen Jan Mohr und Axel Nörskau zu verdanken; aber auch die weiteren Bandmitglieder  um Horst Braun, „Dr. Harp“ Funke, Marc Witte, Dirk Vollbrecht und Werner Franzkowski waren mal wieder richtig gut drauf.

Den Höhepunkt des Abends bildete dann jedoch der Auftritt von The Blues Guys & Guinness Horns. Das zu beschreiben, was die Jungs um Frontmann Michael Fanger an diesem Abend geboten haben erfordert eigentlich eine neue Sprache. Superlative wirken hierfür unzureichend und abgedroschen. Beeindruckend waren neben den unbezweifelbaren musikalischen Fähigkeiten jedes einzelnen Musikers des achtköpfigen Teams vor allem das außerordentliche Engagement und die tiefe Leidenschaft, die diese Musiker mitbrachten. Manch ein Profi-Musiker oder Profi-Sportler könnte sich hieran ein Beispiel nehmen.  Die zahlreichen Soloelemente in den verschiedenen Stücken bewiesen beeindrucken, wie gut jeder einzelne  der Guys und Bläser sein Instrument beherrscht. Besonders stachen hier der nahezu geniale Saxophonist Sebastian Scheil und der Posaunist Stefan “Enrico“ Heinrich hervor. Blues Guys und Guinness Horns boten eine hervorragende Show, astreinen Rhythm & Blues und vor allem wirkten sie jede Minute des Konzerts authentisch, da war nichts, was im negativen Sinne einstudiert und heruntergeleiert wirkte, wie man es sonst häufig auf Konzerten erlebt. Man merkte, dass diese Leute wirklich Freude haben, an dem, was sie tun. Und so gelang es ihnen diese Freude auf  das Publikum zu übertragen. Am Ende des Konzerts wirkten die Musiker wie aus dem Schwimmbecken gezogen: klatschnass, völlig verausgabt, aber glücklich und zufrieden mit dem, was sie geleistet hatten. Vielleicht war es gerade dies, was auch die Tennisfreaks verstanden haben: Leistung bringt Freude.

 

Es steht auf jeden Fall zu hoffen, dass dieses gelungene Zusammenspiel von PEP und TCK eine Neuauflage im nächsten Jahr erfährt. Und allen die nicht dabei sein konnten oder wollten sei gesagt, dass sie die absolut beste Bluesnacht des Jahres verpasst haben. Schade eigentlich!