Pveilchen

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 18:07

Oh, du Fröhliche(r) !

Die Pveilchen waren endlich wieder in der Stadt

Wer bis gestern noch nicht in Weihnachtsstimmung war, ist es spätestens jetzt. Den ganzen Tag über Weihnachtsmarkt und abends die kabarettistische Breitseite der Pveilchen: Danach sehnten sich die Kellinghusener offensichtlich, denn nicht nur in der Stadt, auch anschließend in der Ulmenhofschule war es richtig voll.

Vor vier Jahren standen die Pveilchen das letzte Mal bei uns auf der Bühne. Diese kulturelle Lücke stopften auch Kuchen und Waffeln auf dem Weihnachtsmarkt nicht, die Kellinghusener waren ausgehungert und erschienen in Scharen, um sich von Franz Gruitrooy, Grit Pancke, Peter Burkhardt, Christoph Hahn und Klaus Pancke auf die Adventszeit einstimmen zu lassen.

Und es war wahrhaft göttlich, was die fünf scheinheiligen Engel auf die Erde niederließen. Längst hatte Gott den Weihnachtsmann aus Kostengründen wegrationalisiert und nun war sie da, die Bescherung. Doch wer sollte sie vornehmen? Auch tiefsinnigste Diskussionen mit Petrus blieben ergebnislos. Dabei haben sie nahezu jede politische Persönlichkeit in Betracht gezogen. Doch wenn die Menschen Eichel sehen, vergeht ihnen die Freude, Westerwelle ist zu unglaubwürdig, Koch zu verlogen und selbst eine Reaktivierung von Kohl schied aus, da es keinem Rentiergespann zuzumuten sei, dies Schwergewicht zu ziehen. Angesichts dieser Perspektivlosigkeit wollte Gott schon abdanken und seinem Sohn den Thron überlassen. Aber selbst dieser letzte Ausweg blieb versperrt, da die himmlischen Gesetze kein uneheliches Kind in dieser Position zuließen. Schließlich rang Gott sich dazu durch, dieses Jahr selbst die Bescherung vorzunehmen. Ein letztes Mal, dann werde diese unrentable Sparte verkauft. Und zwar an den Teufel. Der sei ohne zu zögern bereit gewesen, einen attraktiven Betrag zu zahlen, um die Erde künftig für allerlei militärische Experimente zu nutzen.

Gewürzt haben die Pveilchen diese besinnliche Geschichte mit zahlreichen zynischen Liedern. Der verlogene Kinderschänder wurde ebenso attackiert, wie die Regierung, die von den einfachen Leuten gerne nimmt, die Reichen aber verschont, weil sie sich an eine Vermögenssteuer nicht herantraut.

Kurzum: Im Himmel war ganz schön die Hölle los!

 

Fotos: Anke Nötzelmann