Manfred Mann's

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 3:30

Fantastisch!

Sänger Noel McCalla stand im Saal des Bürgerhauses. Ich hatte ihn gerade begrüßt und ihm gesagt, es sei eine Ehre für uns, Manfred Mann`s Earthband in unserem Städtchen zu Gast zu haben. Er lächelte und sagte nur trocken zu  mir: „Don`t be silly.“ War ich aber nicht. Denn so selbstverständlich, wie er es damit zum Ausdruck bringen wollte, war der Besuch nun wahrlich nicht. Es war schlicht das größte Rockereignis, das Kellinghusen jemals erlebt hat. Und 6oo Fans im Zelt auf dem Marktplatz sahen das genauso. Denn sie feierten ausgelassen jedes Stück der Band. Und die bot eine Show der Extraklasse. Mit „Mighty Quinn“, „Blinded by the light“, „Davy`s on the road again”, “Spirits in the night” oder “Don`t kill it Carol” hatten sie jede Menge Hits im Programm. Hinzu kamen fantastische Soli – vor allem von Manfred Mann und Gitarrist Mick Rogers.  Als ob dies immer noch nicht genug wäre, rundete eine perfekte Lichtshow den Auftritt ab. Beeindruckend, wie Noel McCalla oder Mick Rogers immer wieder eingehüllt vom Nebel und in farbiges Licht getaucht für eine fast mystische Stimmung sorgten. Kurzum: Es war einfach perfekt, was die Musiker an diesem Abend zeigten. Dass auch ihnen die dichte und enthusiastische Atmosphäre im Zelt viel Spaß gemacht hat, merkte man ihnen nicht nur an, Noel McCalla kleidete es gegen Ende des Auftritts auch noch in Worte. „Ihr seid fantastisch!“, rief er den Fans zu, was diese natürlich mit Jubel quittierten.

Dieser Abend war einfach toll! Dabei hätte eine Menge schief gehen können. Noch nie hat in dem Tentasia-Zelt ein solches Rockereignis stattgefunden. Es konnte uns also auch keiner sagen, wie viele Besucher denn nun dort wirklich reinpassen. Und ob genügend Fans zusammenkämen, um diese ja auch nicht ganz billige Truppe zu finanzieren, konnte uns auch keiner sagen. Wie viel Platz im Zelt noch übrig bleibt, wenn die für solch eine Show nötige Technik aufgebaut ist, war ebenfalls unklar. Hinzu kamen 72 Scheinwerfer, die irgendwo montiert werden wollten. Würden sich mit weniger die gleichen Effekte erzielen lassen? Und nicht zuletzt wusste keiner von uns, wie die Musiker, Techniker und Tourbegleiter damit umgehen würden, dass sie in vielfacher Hinsicht nicht den gewohnten Standard vorfinden. Es gab also mehr als genug Fragezeichen, mehr als genug Risiken an diesem Abend. Aber alles hat am Ende wunderbar funktioniert.

Das Zelt war voll, aber nicht zu voll, Licht und Sound haben unsere Freunde vom Musikcenter Steffens in Schenefeld - wieder einmal - perfekt hinbekommen, die Musiker waren sehr nett, der Tourbegleiter mit einer Professionalität und Ruhe ausgestattet, wie man sie sich als Veranstalter nur wünschen kann.

Und so lösten sich nach und nach alle Zweifel in Wohlgefallen auf und wir konnten endlich machen, wovon wir die ganze Vorbereitungszeit über geträumt haben: feiern!

Nach dem Konzert kamen viele Besucher zu uns und haben sich bedankt. Wollten einfach nur danke sagen für diesen wundervollen Abend. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Und diesen Dank möchten wir an dieser Stelle auch gerne weitergeben. Zum Beispiel an Apollo und sein Team vom Restaurant Hellas, das sich an diesem Abend um das leibliche Wohl der Band und der Fans gekümmert hat. Zum Beispiel bei den vielen Aktiven, die diese Veranstaltung auf dem Marktplatz mit ihrem unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz erst möglich gemacht haben – allen voran Thomas Stammer und Michael Alfer, die im wahrsten Sinne des Wortes Tag und Nacht gearbeitet haben.

Und natürlich bei Junior Spark & The Flames, die den ersten Teil der Show bestritten. Bei so einem Ereignis bleibt die Vorgruppe häufig unerwähnt. Das würde diesen Jungs aber in keiner Weise gerecht werden. Denn sie haben ihren Blues äußerst leidenschaftlich und auf hohem Niveau gespielt. Rüdiger Funke wirkte so locker, als würde er jeden Abend vor 6oo Besuchern spielen. Axel Nörskau erhielt für sein Gitarrenspiel Szenenapplaus. Frisch und spielfreudig waren Junior Spark & The Flames eine Werbung für den Blues und hoffentlich auch für sich selbst. Nicht nur die Fans im Zelt belohnten ihren Auftritt mit viel Beifall, auch die Tontechniker lobten beim nächtlichen Abbau noch einmal die Qualität dieser Band!

Freuen wir uns also über diese rundum gelungene Veranstaltung und genießen wir die Euphorie, mit der dieses ereignisreiche Konzertjahr nun ausklingt.

 

Oliver Zantow