Mia + Steve Klink Trio

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 2:50

It is a pleasure to make music here!

Wie schwierig es sein kann, ein Jazz-Konzert zu organisieren, erzählt Oliver Zantow

 

„I can`t believe it! They know all my songs”, sagte eine sichtlich erstaunte Mia im Anschluss ihres Auftrittes. „Ich singe so ungewöhnliche Stücke und variiere ständig mein Programm, aber die Kellinghusener singen mit.“

Glücklich und zufrieden war auch Steve Klink, der sich verabschiedete mit dem Gästebucheintrag: „It is a pleasure to make music here in the north in Kellinghusen.“

Begeistert auch die Zuschauer, die über drei Jahre auf diesen erneuten Auftritt von Mia und dem Steve Klink Trio warten mussten.

Dabei hat es lange so ausgesehen, als spräche alles gegen einen gelungenen Jazzabend. So hatten wir vor etlicher Zeit, als wir diesen Auftritt vereinbarten nicht geahnt, dass am gleichen Abend das Weinfest in Itzehoe stattfinden würde. Da haben wir uns dann schon gefragt, ob denn wohl noch Besucher den Weg ins Bürgerhaus finden würden. Ja richtig, ins Bürgerhaus. Denn dort sollte das Konzert ursprünglich stattfinden. Der Saal mit dem großen Flügel ist wie geschaffen für Steve Klink und seine Musik. Doch dann wurde ein Rock-Open Air für Jugendliche auf dem Marktplatz geplant. Damit war dann das Negativ-Szenario perfekt. Extra für diesen Gig kommt eine Band aus Köln angereist, Jazz-Liebhaber verzichten auf das Weinfest und können dann die einfühlsame Musik nicht genießen, weil laute Bässe durch den Raum wabern. Da kam uns dann erstmals der Gedanke, das Konzert abzusagen. Ein anderer Termin war nicht möglich, das hatten wir bereits geklärt, das gab der Terminkalender von Steve und Mia so kurzfristig nicht mehr her.

Doch dann haben für uns für eine echte Alternative entschieden: Wir verlegen das Konzert in die Ulmenhofschule. Auch da stimmt die Atmosphäre und von dem Open Air kriegen wie nichts mit.

Blieb nur die Sache mit dem Flügel. Ein Flügel zu mieten ist eine teure Angelegenheit. Doch an dieser Stelle brachte sich unser Stadtjugendpfleger Karsten Hanstein konstruktiv ein. Auch ihm war es unangenehm, dass durch das Jugendkonzert unseres zu leiden drohte und er sagte zu, die Hälfte der Kosten für den Flügel zu übernehmen. Damit war dann endgültig die Entscheidung gefallen, an dem Auftritt von Steve und Mia festzuhalten.

Nervös waren wir zwar, als es schließlich halb Acht wurde und sich entscheiden würde, ob wir an diesem Abend nicht doch unter uns blieben. Aber diese Zweifel verflogen in der darauffolgenden halben Stunde.

Und spätestens nach dem wundervollen Konzert waren wir froh, Mia und das Steve Klink Trio wieder einmal zu Gast gehabt zu haben.

Bevor der Jazz im Mittelpunkt dieses Abends stand, ergab sich übrigens noch eine ganz andere, unerwartete Chance, die wir, hätten die negativen Wellen sich durchgesetzt, natürlich auch verpasst hätten.

Gäste aus Tansania betraten die Bühne. Mercy Mlay, Loveness Dalton Urassa, Upendo Makundi, Jonathan Urio, James Mmbando und Frank Shao waren im Rahmen eines Begegnungsbesuches für einige Wochen zu Gast in der Stadt. Diese Gelegenheit nutzten sie einige Male, um als Chor aufzutreten und für Partnerschaftsprojekte zu werben. Eine der Gelegenheiten diese Sängerinnen und Sänger zu erleben, bot sich spontan an diesem Abend in der Ulmenhofschule.

Musik spielt im Leben der Tansanier eine große Rolle, sie singen sehr oft, sehr gerne und sehr gut. Dies wurde auch sehr schnell bei ihrem Auftritt deutlich.

Die Besucher vom Kilimanjaro trugen eine Mischung aus traditionellen und kirchlichen Liedern vor, die Zuschauer nahmen diese unerwartete Erweiterung des Programms begeistert auf. Auch Steve und Mia hörten aufmerksam zu, während die Gäste aus Mrimbo sich mit einer Zugabe verabschiedeten.

Wer über die angesprochenen Partnerschaftsprojekte mehr erfahren möchte, findet ausführliche Informationen unter www.tansania-hilfe.net.