Marktfest

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 2:29

Das Agenda 21-Marktfest war ein

Genuss für alle Sinne

 

Erfolg ist eine Reise und kein Ziel.

In diesem – aber nicht nur in diesem – Sinne war das Agenda 21-Marktfest ein Erfolg. Eine breite Palette von Produkten aus kontrolliert biologischem Anbau wurde angeboten, ein Info-Truck mit einer Ausstellung zum Thema „Fairer Handel“ stand auf dem Marktplatz, für die Tansania-Partnerschaft wurde geworben und mehrere Musiker versetzten uns mit Liedern und Tänzen in verschiedene Länder Asiens, Afrikas oder Lateinamerikas. Einige hundert Besucher nahmen über den Tag verteilt an dem Marktfest teil und zumindest für die meisten Anbieter stimmten auch noch die Umsätze.  
Kritisch betrachtet hätte man natürlich mehr Besucher erwartet, hätte mit deutlich mehr Ausstellern gerechnet. Hier kann die Erwartung aber auch schnell zur Illusion werden. Wir dürfen nicht vergessen, das ein Marktfest, das sich den Themen der Agenda 21 widmet, kein Event darstellt, das die Massen in Bewegung setzt. Für viele war dieser Tag eine erste Annäherung an Begriffe wie Nachhaltigkeit oder Fairer Handel. Bio-Produkte verzeichnen zwar hohe Zuwachsraten, führen aber immer noch ein Nischendasein.
Diese Realitäten zugrunde gelegt war das Marktfest ein Erfolg, hat die Stadt Kellinghusen sich auf die Reise gemacht, wichtigen Fragen nicht auszuweichen, sondern sie auf ansprechende und unterhaltsame Weise aufzugreifen.
Ein Garant für die schöne Stimmung während des gesamten Tages war neben dem strahlenden Sonnenschein das Live-Musik-Programm.
Klicken für VollbildJasmin Hong eröffnete dieses mit koreanischen Tanz- und Trommelperformances. Sie begann mit einem schamanisch inspirierten Stück und spielte dazu auf einer Sanduhrtrommel. Anschließend spielte sie auf drei großen Fasstrommeln. Bei diesem sehr temperamentvollen Stück zeigte sie auch eine enorme Körperbeherrschung. So sorgten nicht nur die exotischen Motive und Farben der Trommeln und ihrer Kleidung für Erstaunen, sondern auch wie sie kopfüber immer noch in der Lage war, kraftvoll und rhythmisch zu spielen.Klicken für Vollbild
Gleichermaßen traditionell präsentierten sich DEKAWOWO mit ihrer afrikanischen Trommelmusik. Die fünf Musiker aus Togo traten ebenfalls in landestypischer Kleidung auf und spielten ihre Stücke auf verschiedenen Trommeln, Kalebassen und Glocken. Die Band verstand es, das afrikanische Lebensgefühl mit Musik auszudrücken: Fröhlich, bunt und vielseitig wie dieser Kontinent war auch ihr Auftritt.
Klicken für VollbildAm Nachmittag nahmen „un poco pasatiempo“ uns mit nach Kuba. Bei hochsommerlichen Temperaturen sorgten sie für karibische Stimmung auf dem Marktplatz. Ihre Stücke waren dabei aufwendig arrangiert, die Vielfalt ihrer Instrumente reichte von der Gitarre über das Keyboard bis hin zu Saxophon, Congas, Bongos und diverse Percussion-Instrumente. Sehr professionell war darüber hinaus das Erscheinungsbild der Musiker. Nicht nur, dass ebenfalls sie in einheitlicher Kleidung auftraten, zu jedem Set zogen sie sich um und sorgten damit auch noch optisch für ein sehr abwechslungsreiches Programm. Die Zuschauer genossen diesen Auftritt auf ganz unterschiedliche Weise. Manche sahen entspannt zu und probierten ein Asgaard-Bio-Bier, andere tanzten ausgelassen über den Marktplatz.

Die Künstler dieses Tages erwiesen sich als Volltreffer. Und ein kulturelles Rahmenprogramm als tragende Säule für eine solche Veranstaltung. Nicht nur, weil die Besucher dann länger verweilen, sondern weil ein Agenda 21-Marktfest erst dann erfolgreich ist, wenn es alle Sinne anspricht.
Auf der Bühne spielt lateinamerikanische Musik, an dem Stand des Weltladens gibt es fair gehandelten Tee und Kaffee, das Schicksal unserer Freunde in Tansania zeigt ebenso wie die Ausstellung auf, wie ungleich Einkommen und Chancen in dieser – eigentlich einen – Welt verteilt sind, wenn Kaffeebauern so schlecht bezahlt werden, dass sie nie eine reelle Chance haben, ihrer Armut zu entkommen und wer an den Ständen Brot, Käse oder Gemüse aus der Region kauft, erfährt, dass auch Qualität aus Deutschland nicht zu Dumpingpreisen zu haben ist.
Nicht Geiz ist geil, sondern Tage wie dieser sind es! Es wäre daher mehr als wünschenswert, wenn auch im nächsten Jahr wieder ein Agenda 21-Marktfest stattfinden würde. Und wenn es auch dann noch von der Landesregierung Agenda 21-Mittel gibt, mit deren Hilfe ein so vielfältiges Programm erst finanzierbar wird.
Auf dem Info-Truck stand: „Eine Welt ist möglich. Du gestaltest sie mit.“
Dann wollen wir mal!

Oliver Zantow

 

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