Anita Lasker-Wallfisch

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Anita Lasker -Wallfisch

Zeitzeugin des Nationalsozialismus

Am 22.11.05 fand im Bürgerhaus auf Initiative des Kulturvereins PEP eine Lesung von Anita Lasker–Wallfisch, der „Cellistin von Auschwitz“, statt. Diese Veranstaltung lockte ca. 100 Erwachsene und Schüler ins Bürgerhaus

Anita Lasker wurde als die jüngste von drei Töchtern einer jüdischen Anwaltsfamilie1925 in Breslau geboren. Der ältesten Tochter Marianne gelang 1939 noch die Flucht nach England. 1942 wurden ihre Eltern deportiert und ermordet. Anita und ihre Schwester Renate arbeiteten als Zwangsarbeiterinnen in einer Papierfabrik. Dort fälschten sie Pässe für französische Kriegsgefangene und versuchten selbst die Flucht. Sie wurden gefasst und zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen verurteilt.
1943 kam Anita nach Auschwitz, ihre Schwester etwas später. Anita wurde als Cellistin in die Lagerkapelle aufgenommen. Das rettete ihr und ihrer Schwester das Leben.
1944 wurden die Geschwister dann nach Bergen-Belsen transportiert, wo sie am 15. April 1945 - dem Hungertod nahe - von englischen Truppen befreit wurden. Anita war zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal 20 Jahre alt. 1946 wandern die beiden Geschwister nach England aus.

Erst Jahrzehnte später brach Anita Lasker-Wallfisch ihr Schweigen über die grauenhaften Erlebnisse in den Konzentrationslagern von Auschwitz und Bergen-Belsen. Diese Aufzeichnungen, ursprünglich für ihre Kinder und Enkelkinder geschrieben, wurden für eine Serie von Berichten der BBC benutzt. Aus den Radiosendungen entstand ein Buch „Ihr sollt die Wahrheit erben“, aus dem Frau Lasker-Wallfisch einige Passagen las. Mit großem Interesse und großer Anteilnahme verfolgten die Zuschauer ihre Lebensgeschichte, die sie sehr sachlich vortrug.
Zum Schluss konnten die Zuhörer Fragen an Frau Lasker-Wallfisch richten, z.B. warum sie das Buch geschrieben habe, ob sie durch das Schreiben des Buches die Vergangenheit besser verarbeiten konnte und was sie empfunden habe, als sie das erste Mal wieder nach Deutschland einreiste? Alle Fragen wurden sehr ausführlich von ihr beantwortet. Darüber hinaus hatte eine Schulklasse der Realschule Kellinghusen die Gelegenheit, vor der Veranstaltung Fragen zu ihrem Schicksal und dem Nationalsozialismus zu stellen.

Ich selbst war sehr erstaunt darüber, was Frau Lasker Wallfisch alles als Jüdin im Nationalsozialismus erlebt hatte und mit welchem Lebenswillen sie ihr Schicksal und ihre Qualen durchgestanden hat. Ich habe sie als eine sehr selbstsichere und starke Persönlichkeit kennen gelernt, die versucht ihr Wissen und ihre Erlebnisse durch ihr Buch „ Ihr sollt die Wahrheit erben“ der Nachwelt zu erhalten.

Wie danken Frau Anita Lasker-Wallfisch für die interessante Ausführung ihrer Lebensgeschichte, die mir zu denken gab und die ich nicht so schnell vergessen werde!

 

Dörte Witt, Schülerin der 10. Klasse der Realschule Kellinghusen