Joja Wendt

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 1:43

Das Publikum tobte: Joja Wendt in der St. Cyriacus-Kirche

Den Auftakt zum Weihnachtsmarkt 2005 unter dem Motto  „Rund um de Kark“ bildete ein Konzert mit Joja Wendt und seiner Band in der St. Cyriacus-Kirche, die übrigens zum ersten Mal seit Bestehen von PEP als Konzertsaal diente.
Im gut gefüllten Kirchenschiff breitete sich bereits vor dem Konzert eine für alle spürbare, von Spannung und Erwartung geprägte Stimmung aus. Die durchaus anheimelnde Atmosphäre wurde durch den mit Spots dezent ausgeleuchteten und zur Bühne umfunktionierten Altarraum noch zusätzlich verstärkt.
Je näher der Konzertbeginn rückte, umso stiller wurde es in der Kirche, doch dies änderte sich schlagartig, als Joja Wendt mit enthusiastischem Beifall auf der Bühne begrüßt wurde.
Bereits mit dem ersten Stück hatte er, von Anfang an den Kontakt zum Publikum suchend, die Zuhörer in seinen Bann gezogen.
Seine Ansagen, mit denen er zu den nächsten Stücken überleitete, ähnelten sich des Öfteren, sorgten aber gerade dadurch für Heiterkeit. So war fast jedes Stück wegen der Virtuosität oder der eigenartigen Aufführungstechnik unmöglich nachzuspielen, und es hatte bisher auch noch keiner gewagt … bis auf ihn, denn er würde es heute zum ersten Mal versuchen. Dass Joja Wendt sein Handwerk versteht, konnten alle Zuhörer auf einer großen Leinwand mitverfolgen, auf der in Übergröße die Finger über die Klaviertastatur flogen.

Das „überaus kunstverständige und gebildete Kellinghusener Publikum“ (O-Ton Joja Wendt) wurde von einer Begeisterung in die andere gerissen.
Besonders die Vielseitigkeit und Abwechslung in der Auswahl des Repertoires gefielen, denn es war für jeden etwas dabei.
So spielte er  die „Rhapsody In Blue“ von Gershwin zunächst auf dem Klavierhocker sitzend, wechselte aber dann zur Erheiterung aller in die Rückenlage, um so das Werk fortzusetzen – einfach grandios!
Bei „The Musical Typewriter“ war sogar die Mithilfe aus dem Publikum gefragt (souverän: Anneliese Nötzelmann). Hier wurde bei so manchen die Erinnerung an Jerry Lewis wach, der dieses Stück in einer seiner Filmkomödien mit einer imaginären Schreibmaschine zur Berühmtheit brachte.
Durch eingeworfene Anekdoten lockerte Joja die Stimmung in der Kirche zusätzlich auf. So ging ein Schmunzeln durch das Publikum, als er die Geschichte zur Entstehung der Filmmusik zu „Der dritte Mann“ zum Besten brachte. Die berühmte Titelmusik kam nämlich nur aufgrund eines verschlossenen Flügels zustande, so dass der Komponist die Melodie auf den Saiten des Instrumentes zupfen musste. Ebenso der Standardwitz von Harald Schmidt, der bei Betrachtung eines offenen Konzertflügels fragte, wer denn die Harfe in den Sarg gelegt hätte, brachte die Zuhörer zum Lachen.
Ein weiteres Highlight des Konzertes war die Präsentation von Rock’n Roll Klassikern wie „Let’s Have A Party“ oder „Crocodile Rock“, die Joja Wendt auf einem Miniflügel spielte, auf dem er „angeblich“ in Kindheitstagen Klavier spielen gelernt hatte. Passend dazu sang er diese Songs mit  Kinderstimme, auf den Stufen des Altars sitzend. Das Publikum tobte - ein Zustand, den die St. Cyriacus-Kirche sicherlich noch nicht erlebt hatte.

Da Joja Wendt aber nicht als Solokünstler auftrat, sondern mit Band, dürfen hier Thomas Biller am Kontrabass und Christoph Buhse am Schlagzeug nicht vergessen werden.

Die ihn begleitenden Musiker bekamen dann auch im zweiten Teil des Konzertes ihre Soloeinlagen und konnten ebenfalls ihr enormes Können beweisen. Highlight war hier sicherlich „Asking Grandpa“ ein musikalisches Zwiegespräch zwischen Großvater (Bass) und Enkel (Klavier), das ein mit euphorischem Applaus bedachtes Bass-Solo beinhaltete. Aber auch der „Säbeltanz“ oder der berühmte Swingklassiker „Chatanooga Choochoo“ mit hervorragenden Schlagzeugsoli ernteten ebenfalls begeisterten Beifall.
Beeindruckend mit welcher Leichtigkeit die Musiker selbst schwerste Passagen lächelnd bewältigten.
Nach zwei kurzweiligen Stunden ging das Konzert mit einem a-capella Gesang der drei Musiker zu Ende und viele Zuhörer schauten dabei erstaunt auf ihre Uhren, denn die Zeit war wie im Fluge vergangen.

Insgesamt war das Konzert ein Erlebnis, das noch lange in den Zuhörern nachklingen wird. Vielen Dank an die Organisatoren von PEP! Hoffentlich war dies nicht das letzte Konzert dieser Art in unserer schönen St. Cyriacus-Kirche. Gerne auch wieder mit Joja Wendt.

 

Brigitte Gier und Andreas Zühlke