Fritz Rau

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 1:25

Unterhaltung pur mit Fritz Rau

Ein Rückblick von Rainer Werth

Ich habe schon immer als Musikliebhaber das jahrzehntelange Schaffen des Konzertveranstalters Fritz Rau im Fernsehen/Zeitschriften verfolgt. Im Januar 2005 sah ich Fritz Rau das erste Mal livehaftig als Zuschauer des Konzertes mit Ana Popovic. Er war nicht allein; an seiner Seite stand kein geringerer als Udo Lindenberg. Wir haben zwar nicht miteinander gesprochen, aber in mir speicherte sich der Wunsch: den möchtest du einmal treffen! Als im Dezember Fritz Raus Autobiographie in den Handel kam, diskutierten wir im PEP-Vorstand über meinen Herzenswunsch, ihn für eine Lesung zu gewinnen. Dieser ging tatsächlich in Erfüllung.

Drei Lesungen wurden vereinbart; in Barmstedt, Kiel und Kellinghusen. Ich war natürlich jedesmal vor Ort; sei es als Fan, Tontechniker oder Veranstalter. Der Kontakt zu F. Rau wurde mit jeder Lesung intensiver. Waren wir in Barmstedt noch per Sie, duzten wir uns in Kiel bereits. Dort vereinbarten wir auch, dass Fritz früher als geplant bei uns in Kellinghusen eintreffen würde, um sich etwas Zeit zu nehmen und Fragen zu beantworten. Er stand mir tatsächlich eine halbe Stunde alleine zur Verfügung. Anhand meiner Konzertfotos konnte ich ihm einen Überblick über unsere Arbeit bei PEP geben. Es war ein sehr interessantes Gespräch, welches Fritz auch beeindruckt haben muss (dazu später mehr).

Bevor er nun mit seiner Lesung begann, spielte das Gitarrentrio Erika Spönemann, Maren Nötzelmann und Anna Schlüter. Fritz hocherfreut dazu: "Live-Musik handgemacht; das ist immer noch das Beste!" Dann legte er los: mit Händen agierend, mal mit leiser, mal mit lauter Stimme, wie ein Schauspieler, brachte er uns unterhaltsam die Geschichten über seine Jugend, die Freundschaft zu Horst Lippmann, den Aufstieg vom Kofferträger der Prominenten zum bedeutendsten Konzertveranstalter Deutschlands nahe. Der erste Teil der Lesung endete mit Einzelheiten über besondere Erlebnisse mit Jagger, Dylan, Hendrix und Baez, um nur einige zu nennen. Ausdrücklich betonte er, dass es sich hierbei nicht um die von den Zuhörern bzw. Lesern vielleicht erwarteten "Bettgeschichten" handelte, sondern um "Blood, Sweat and Tears"!

Die Pause überbrückte wieder das Gitarrentrio. Waren es im ersten Teil die internationalen Künstler, über die er berichtete, rückten nun die Projekte deutscher Künstler wie Lindenberg oder Maffay in den Vordergrund. "Mit

Maffay's Tabaluga hatten wir unser eigenes Baby, mit dem wir zunächst ein hohes Risiko, bzw. hohe Kosten eingingen. Dies entwickelte sich aber, wie wir alle wissen, zu einem riesigen Erfolg." Und mit solchen und weiteren unterhaltsamen Anekdoten (nachzulesen in seinem Buch "50 Jahre Backstage") unterhielt er uns gute 2 Stunden und hätte, wenn es nach den Zuschauern gegangen wäre, noch mal 2 Stunden drauflegen können. Mit lang anhaltendem Beifall wurde er verabschiedet und musste danach noch etliche Bücher signieren und Fragen beantworten.

PS: Mein persönliches Highlight habe ich erst zu Hause entdeckt: die Widmung von Fritz in meinem Buch freute mich besonders. Er schrieb: "Für meinen Freund Rainer mit Dank und Respekt, herzlich Fritz Rau."