Eitre

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 1:21

Virtuos und mitreißend

Erk Böteführ zum Konzert von Eitre

Natürlich geht jeder Veranstalter, der eine weitgehend unbekannte Band verpflichtet, in der Regel ein kommerzielles Risiko ein. Dagegen steht das künstlerische Credo, immer wieder nach musikalischen Perlen zu fischen, die die Musikszene bereichern und erneuern. Um eine solche Perle handelt es sich zweifelsohne bei Eitre.

Diese Irish Folk Formation setzt sich aus hochkarätigen Instrumentalisten zusammen, die aus Schweden, Frankreich und Deutschland stammen. Die Musiker zeigten in der Kellinghusener Ulmenhofschule auf atemberaubende Weise, was alles auf akustischen Instrumenten im irischen Idiom möglich ist. Weit entfernt von landestypischer Kneipenseligkeit spielte Eitre intelligent und einfallsreich arrangierte Musik, die immer wieder durch überraschende Einfälle, Leidenschaft und überbordende Spielfreude begeisterte. Die Musiker boten Spielkunst von hoher Virtuosität ohne aber seelenlose Akrobatik zu zelebrieren. Ein besonderer  Hochgenuss war das perfekte und variationsreiche Zusammenspiel von Bass und Gitarre. Unglaublich, dass die Musiker von Eitre sich erst am Abend zuvor im dänischen Sønderborg zu ihrem ersten Konzertabend auf dieser Tour getroffen hatten und ihre Musik locker aus dem „Ärmel schüttelten“.

Dass die beiden Sänger gesanglich nicht ganz so stark wie auf ihren Instrumenten waren, tat der Musik keinen Abbruch. Denn auch die Songs waren mitreißend, dynamisch und abwechslungsreich arrangiert.

Und so wurde es ein Abend, der mich angesichts dieser Musikalität und Kompetenz immer wieder vor Bewunderung und Begeisterung umwarf. Und was will man mehr. Perfekt!