Blues Nacht

Gespeichert von Webmaster am 7. Dezember 2010 - 1:17

Eine berauschende Blues-Nacht in Kellinghusen

Rainer Werdt zum Konzert mit Ana Popovic und Rudy Rotta

Wir haben am 04.11.06 eine hochkarätige Blues-Nacht organisiert; angelehnt an unsere Blues-Festivals, die wir früher veranstaltet haben. Eingeladen wurden diesmal Ana Popovic mit Band aus den Niederlanden  und die Rudy Rotta Band aus Italien.

Ana Popovic ist ein aufsteigender Stern der Blues-Szene; mit ihrem virtuosen Gitarrenspiel und ihrer ansprechenden Erscheinung hat sie sich seit 1999 eine große Fangemeinde erobert. Während Rudy Rotta bei bekannten Blues-Künstlern wie B. B. King, Luther Allison, John Mayall und Brian Auger große Anerkennung genießt, ist seine Fangemeinde nicht so ausgeprägt wie bei Ana.

Das Konzert begann mit Ana Popovic. Der Bassist und der Schlagzeuger betraten die Bühne und heizten dem Publikum schon mal ein. Dann kam Ana. Bekleidet mit einem roten Top, Lederhose, Stiefeln und ihrer Gitarre, legte sie auch gleich los. Sehr schön anzusehen, wie sich die Frau auf der Bühne bewegt; sehr grazil und selbstsicher. Ihre Gitarre bearbeitet sie mit einer Leichtigkeit, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Aber auch der Bassist versteht es, sich auf der Bühne zu bewegen. Sein Spiel unterstützt Ana optimal. Sie spielte Songs von ihren vorhergegangenen Alben, aber auch Stücke, die noch dieses Jahr veröffentlicht werden sollen. Ihr Gitarrenspiel ist gegenüber ihrem Auftritt beim Blues-Festival 2003 rockiger geworden; Einflüsse von Gitarristen wie Stevie Ray Vaughan und Jimi Hendrix sind deutlich herauszuhören.

Gute 1 1/2 Stunden fegten Ana und ihre Band voller Power über die Bühne und begeisterten das Publikum ohne Ende. Höhepunkt des Konzerts war ihr Bad in der Menge mit der Gitarre, bei dem viele ihr Idol einmal so richtig "hautnah" erleben konnten. Selbstverständlich durfte sie nicht ohne lauthals vom Publikum eingeforderte Zugabe gehen. Damit beschloss sie einen ziemlich eindrucksvollen Gig und wird sicherlich vielen Anwesenden noch lange im Gedächtnis bleiben. Anschließend gab sie in der Pause noch geduldig Autogramme.

Nach der Umbauphase ging es mit Rudy Rotta und seiner Band weiter. Nach dem grandiosen Auftritt seiner Vorgängerin hätte er es eigentlich schwer haben müssen, das Niveau zu halten; aber auch nach kurzen technischen Schwierigkeiten zeigte Rudy, dass er ein alter Hase auf seinem Gebiet ist. Er bediente das Publikum mit dem gesamten Spektrum des Blues und zog die Leute sogleich in seinen Bann. Ob er mit seiner Gitarre Slide spielte oder sie einfach nur als Percussion-Instrument benutzte; Rudy gab alles. Er spielte u. a. Stücke von seiner letzten CD "Winds of Louisiana", und dabei bezog er die Fans mit kurzen Stories mit in die Songs ein. Auch er musste natürlich für die begeisterte Menge Zugaben geben, bei denen auch er durch die Halle zog. Ob er dabei vereinzelten Damen noch Gitarrenunterricht gab und sie dabei zart umarmte oder die dazugehörigen Gatten anrockte, war ziemlich egal. Er hatte die Leute in der Hand und sichtlich Spaß daran.

Dass die alljährlichen Blues-Konzerte bei uns in Kellinghusen  einen ziemlich guten Ruf haben, zeigte sich daran, dass Gäste extra aus Berlin, Oberhausen und Flensburg den Weg zu uns fanden. Auch dieses Konzert war mal wieder die beste Werbung für zukünftige Blues-Veranstaltungen.