GUITAVIO und Samt und Saitig

Gespeichert von Webmaster am 5. Dezember 2010 - 23:56

 

Thank you for the music !

20-jähriges Bühnenjubiläum von Guitavio, beobachtet von Hans Pfeiffer / PEP

Als leidenschaftlicher (Hobby-) Musiker kann es mitunter schwer fallen, über ein Konzert zu schreiben, dessen Musikrichtung nicht die eigene ist. So dachte ich jedenfalls, als ich auf die Frage, ob ich einen Bericht über das Jubiläums-Konzert von Guitavio schreiben wolle, einfach mit „Ja“ geantwortet habe.

Vorweg : es war wirklich eine großartige Geburtstagsparty, die Guitavio zusammen mit Freunden vergangenes Wochenende bei PEP auf die Beine gestellt hat.

Aber eins nach dem anderen :

Der Konzertabend wurde mit „Samt und Saitig“ eröffnet – vier Frauen, vier Gitarren und vier gewaltige Stimmen ! Die aus dem Kreis Kellinghusen stammenden Künstlerinnen haben ihr Konzert mit einem A Capella Stück eröffnet – da war schon klar, dass die Gruppe eine sehr gute gesangliche Grundlage hat. Ihre Stücke, zum Teil mit durchaus provozierenden Texten, waren erfrischend – trotz Verbesserungsmöglichkeiten  bezüglich der Begleitung auf den Gitarren.

Perfektionismus ist nicht immer der Garant für gute Musik, und wenn der Perfektionismus fehlt, dann gibt es die Chance auf eine ehrliche, noch richtig Hand gemachte Musik – und genau die ist es,  die mir gefallen hat. Gerade der Umkreis von Kellinghusen beherbergt so manches Talent, das es wert wäre, auf die Bühne zu holen – der Auftritt von „Samt und Saitig“ ist sicher eine Ermunterung an alle Musikliebenden, darüber einmal nachzudenken.

„Samt und Saitig“ hat unseren Gastgebern im Anschluss auf Ihren Auftritt eine besondere Ehre erwiesen : die Verleihung der pinkfarbenen Schallplatte als Anerkennung für das unermüdlichen Engagement von Guitavio, Musik in Schleswig-Holstein und darüber hinaus zugänglich und interessant zu gestalten.

Ich habe bedauert, dass der Auftritt von „Samt und Saitig“ für mich zu kurz gewesen ist und hoffe, dass ich in der nächsten Zeit noch mehr von ihnen hören werde. Insgesamt kann ich nur sagen : „Glückwunsch, das war eine tolle Performance“ !

Danach kam dann der erwartete Höhepunkt : Guitavio wieder „in Concert“, diesmal – aus Anlass ihres 20-jährigem Bühnenjubiläum – mit einem besonders attraktiven Programm.

Man möge mir verzeihen, dass ich nicht alle Titel von Guitavio kenne  - schließlich bin ich ein wenig  „branchenfremd“, aber dennoch glaube ich, dass ich ein Gehör für gute Musik habe. Was mir besonders an Guitavio gefällt, ist die Vielfältigkeit der Musikrichtungen. Folk, Soul, fetzige Stücke und ruhige Stücke – all dieses ist im Repertoire von Guitavio beheimatet. Die Stimme von Coretta in allen Stücken war und ist absolut großartig, sie beherrscht auch die kleinsten Nuancen, um der Musik einen besonderen Ausdruck zu geben. Gerade aber auch die ruhigen Stücke haben aber auch den anderen Mitgliedern der Band die Möglichkeit gegeben, ihr Können – so ganz nebenbei – unter Beweis zu stellen. Je ruhiger es wird, um so mehr ist das musikalische Arrangement gefragt, und es sind manchmal die leisesten Töne auf der Gitarre von Erk oder der Violine von Ute Pauleit, die mich emotional berühren.

Als dann noch mehr und mehr Freunde von Guitavio zu ihren Instrumenten griffen – eine Bluesharp, ein Percussionist, danach sogar ein kleines Sinfonie-Orchester – wurde es richtig spannend für mich : die Harmonie, die bei so vielen Musikern auf der Bühne vorhanden sein muss, war deutlich zu hören, in vielen Stücken mit ausgefeilten Arrangements. Das spielt man nicht einfach mal so, da steckt eine Menge Arbeit und Erfahrung dahinter. Abermals möge man mir verziehen, dass ich nicht alle Musiker – zum Schluss waren etwa 15 Musiker auf der Bühne – mit Namen aufzählen kann, ich kann nur eines sagen :

„Thank you for the music“,

und

„Do it again, Guitavio“ !