Ad Vanderveen

Gespeichert von Webmaster am 5. Dezember 2010 - 23:55

 

Seelenverwandtschaft

Gefühlvolle Melodien, abwechslungsreiche Interpretationen, eine weiche Stimme. Mal akustisch, mal elektrisch. Mal Folk, mal Country, mal Rock. Mal solo, dann wieder mit Band. Und ein Lied schöner als das andere.
Ad Vanderveen war bis vor Kurzem ein mir nicht weiter bekannter holländischer Musiker. Doch dann bekam ich diese Demo-CD. Und anschließend bekam ich diese Lieder nicht mehr aus dem Kopf. Die Folge war Ads erster Auftritt in Kellinghusen einige Wochen später.
Das Konzert war noch schöner als die CD. Mittlerweile glaube ich jedoch, dies lag nicht allein an der Musik, sondern vielleicht war es eine Art Seelenverwandtschaft mit Ad, die mich so angezogen hat.
Vor anderthalb Jahren habe er ein neues Leben angefangen, gestand er uns. Das kam mir recht bekannt vor.
Und selbstverständlich hat er dies in seinen Liedern verarbeitet. Und vielleicht sprechen sie mich gerade deswegen so sehr an.
Er hatte sich verlaufen. Eine raue E-Gitarre leitet die Geschichte ein, Roel Overduin am Schlagzeug macht Druck. „Well I spend my time in a cloud of unknowing. Wondering where it is my life should be going. Can´t go forward and it can´t go back.” Gitarrist Tim O´Neill unterstreicht die Stimmung mit einem ausgiebigen Solo. Über zehn Minuten geht dieses Stück unter die Haut, sitzt jeder Ton, jeder Satz. „And I waste time waiting at the crossroads. People honking at me and I wonder where I should go. Been looking to the left turning to the right. Gotta get it wrong till I get it right.”
Akustisch setzt er seine Odyssee fort. „There is an emptiness inside of me. It´s like a dark and hungry hole. Whose Blues are these killing me?” Die Band steigt ein, Ad rockt den Frust, pustet ihn zum Schluss mit einer Harp in den Saal.
Dann macht er sich auf den Weg. Wieder eine E-Gitarre, das Schlagzeug und diesmal ganz deutlich Arwen Linnemann mit ihrem Kontrabass. „Never mind following signs. Heading for another horizon. Leaving these shadows behind.”
Akustisch und ganz leise findet er schließlich wieder zu sich selbst. „Home to me“ hat er das Lied genannt, Kersten de Ligny singt mit ihm im Duett. Roel Overduin streicht mit Besen über die Trommeln. Es wird ein Country-Song.
„These feelings running wild and free. Finally got somewhere to be. Bringing it all home to me.”
Auf einmal ein Klangteppich wie auf einer alten Fleetwood Mac-Scheibe. Rauschende Becken, eine verträumte Gitarre. Er singt von seinem neuen Glück: „Know when you´re in love, when it shines like a diamond. It feels pretty rough but it´s bright as the sun. Know when you´re in love, when your new found baby feels so new you think the blues won`t come.”
Vielleicht war Ad Vanderveen für mich der richtige Musiker zur richtigen Zeit, mit Texten, die sich wie ein Spiegel vor mir aufbauten.
Vielleicht war es aber auch einfach nur die tolle Musik, die mich so begeistert hat. Und vielleicht sollte ich in diese gar nicht so viel hineininterpretieren, sondern sie einfach genießen.

„No looking back, no looking forward. Just keep the earth beneath you feet.”

Für beides ist Ad Vanderveen auf jeden Fall bestens geeignet.