Michel Birbaek

Gespeichert von Webmaster am 5. Dezember 2010 - 1:31

 

Michel forever

Die Lesung mit Michel Birbaek genoss Oliver Zantow

Seit Michel Birbaek Bücher veröffentlicht, stellt er sie bei uns vor. Nicht immer zeitnah – seinen aktuellen Roman „Beziehungswaise“ habe er im Rahmen der damit verbundenen Tournee definitiv zum letzten Mal präsentiert. Das neue Buch sei ja schon fast fertig.

Aber wir hätten ihn nicht missen wollen, den dänischen Autor und seinen dritten Auftritt bei PEP.

„Was mich fertig macht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen“ hat den Anfang gemacht, garniert mit etlichen Kurzgeschichten seiner CD „Lachfalten“. Wir schrieben das Jahr 2001 und es ging um Rock `n´ Roll, Sex und Fußball.

Ein paar Jahre später der erste große Roman. „Wenn das Leben ein Strand ist, sind die Frauen das Mehr“. Kein Fußball mehr, dafür rückte das Show-Geschäft in den Vordergrund dieser etwas glücklosen Liebesbeziehung.

Nomen est omen: Nun der „Beziehungswaise“. Das Ende einer langjährigen Partnerschaft wird zelebriert. Und Michel Birbaek ist vom Geheimtipp längst zum bekannten Schriftsteller geworden. Rezensionen – sehr positive wohlgemerkt – erschienen in zahlreichen großen Zeitungen und Zeitschriften. Michel Birbaek hat sich zum Bestseller-Autor entwickelt.

Nun war er also wieder da. Und im Grunde haben wir da weitergemacht, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten.

Die Bahn hatte Michel mal wieder versetzt, sodass er statt um fünf erst um kurz vor acht am Bahnhof in Wrist ankam. Schnell ins Bürgerhaus und los ging`s.

Nein, eine Kleinigkeit war anders: Michel hat aus seinem Buch gelesen. Nicht allzu viel, aber immerhin die eine oder andere Seite. Diese hat er dann in gewohnter Manier ausgeschmückt mit Geschichten und Anekdoten rund um seinen neuen Roman. Von der Gestaltung des Titels bis zu den Parallelen mit seiner eigenen Biografie. Und so haben wir zum Beispiel seinen Vater kennen gelernt, der ein ähnliches Unikum gewesen sein muss wie sein Sohn.

Allerdings, ob Michel Birbaek vom Tod seines Vaters erzählte oder von dem zelebrierten Ende einer langjährigen Beziehung: Jedes noch so ernste Thema präsentierte er mit der bekannten Portion Humor. Nicht albern wohlgemerkt, auf diesem schmalen Grat wandelt er sehr sicher. Aber eine von Michel Birbaeks Stärken liegt eben darin - sagen wir mal – sehr kurzweilig zu erzählen.

Auf Einzelheiten dieses Abends einzugehen macht keinen Sinn. Seine Spontaneität prägt die „Lesung“, einzelne Sprüche und Bemerkungen wiederzugeben, würde seinem Auftritt nicht gerecht werden. Der Romane schreibende Comedian lässt sich nicht in zwei, drei Witzen zusammenfassen. Man muss ihn live erleben - und seine Bücher lesen.

Am Ende ging dann allerdings wieder alles viel zu schnell. Aber beim nächsten Buch machen wir es anders. Da achten wir darauf, dass die „Lesung“ bei uns nicht die letzte Veranstaltung sein wird, auf der er sein Werk vorstellt. Michels neues Buch soll im kommenden Frühjahr erscheinen. Vielleicht schaffen wir es ja noch im nächsten Jahr, ihn erneut nach Kellinghusen einzuladen.

Und vielleicht nimmt er dann ja auch einen Zug früher…