Karan Casey

Gespeichert von Webmaster am 5. Dezember 2010 - 1:29

 

Karan Casey

Ein Rückblick von *, Sabine und Chris Chinery

Mit Spannung und großer Vorfreude hatten wir das Konzert von Karan Casey und ihrer Band erwartet und wurden nicht enttäuscht. Vom ersten bis zum letzten Song zog die 1,58 m kleine Irin mit der großen Stimme ihr Publikum in ihren Bann. Mit geschlossenen Augen steht sie da, trägt ihre Songs mit Hingabe und Leidenschaft vor, voll konzentriert und präsent untermalt sie mit der Gestik ihrer Hände ihren Gesang. Der Raum ist erfüllt von irischem Flair, irischer Geschichte, Melancholie, Liebe und Leid. Das Publikum lauscht gebannt ihrer weichen, fast zärtlichen Stimme, die dennoch sehr ausdrucksstark ist. Es entsteht eine gespannte Stille, man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

Nicht die populären irischen Tanz- und Trinklieder haben es ihr angetan, sondern sie präsentiert mit ihren Liedern eher die gefühlvolle, melancholische Seite Irlands, um damit auf die bewegende, leidvolle Geschichte ihrer Heimat hinzuweisen. Die zahlreichen Geschichten Irlands haben sie zur Folkmusik gebracht. Ihre großen Vorbilder sind Dolores Kean, June Tabor, Nina Simone und Christy Moore. Beeinflußt und Unterstützt von dem großen irischen Sänger und Liedersammler Frank Harte sucht sie neue Ausdrucksmöglichkeiten und arrangiert durchaus altbekannte traditionelle Songs auf ihre ganz eigene Weise. Die Vorstellung, dass irische Musik immer fröhlich ist, wird damit relativiert.  

Begleitet wird sie von einer exzellenten Band, die ebenfalls durch ihre für Irish Folk ungewöhnliche Instrumentierung auffällt: Martin Ross an der Gitarre, Kate Ellis am Cello und Kaoimhin Vallely am Piano. Die ausgewogene, sehr dezent eingesetzte Instrumentierung gibt diesem Abend eine besondere Note, wobei immer der Gesang im Vordergrund steht und niemals von einem zu eifrigen Instrument überlagert wird. Wir erleben allerdings auch die besondere Fingerfertigkeit des Pianisten, der mehrfach an diesem Abend irische Jigs und Reels in einem wahnsinns-Tempo am Piano präsentierte. Unglaublich – das hatten wir so noch nie gehört.

Das Publikum in der gut besetzten Ulmenhofschule entlässt diese sehr sympathische und freundliche Irin nur nach mehrfachen Zugaben und wir fühlen uns beglückt und erfüllt nach einem sehr gelungenen Irisch-Folk-Abend bei PEP.