Torfrock

Samstag, den 25. Februar 2017 um 20.00 Uhr in der Ulmenhofschule Kellinghusen
 

Karten im Vorverkauf 28,-€, und an der Abendkasse 32,-€

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Torfrock oder Watt?

Die „direkten Abkommen der alten Wikinger“ belegen mit ihrem tiefen Sinn für musikalischen Unsinn nun schon seit über 3 Jahrzehnten, dass Rock von Rocken kommt und nicht bierernst oder pseudo-intellektuell sein muss.


„Qdiiiin“ brüllt die fellgewandete Holsten-Dosenfraktion. „Odiiiiin“ hallt es behelmt und metselig aus der anderen Ecke zurück. Große Verbrüderung, hemmungsloses Biergelage, Kampfsaufen aus Trinkhörnern: Torfrock sind da.
Die Torfmoorholmer Frühgeschichte beginnt Mitte der Siebziger mehr aus Zufall. Auf einer lahmen Sylvesterfete malträtierten Klaus Büchner und Raymond Voß, Musiker der Folkrocktruppe Basia, aus einer Schnapslaune heraus Jimi‘s „Hey Joe“ auf eine so extrem torftrockene Art, dass es doch noch eine goile Paadie wird. Nach und nach stießen ihre alten Kumpels von Glashaus hinzu, wo sie alle schon mal zusammen spielten, hinzu. „Lets Woerk Togesser“. Zu „Jo“ gesellten sich „Karola“ (Chuck Berrys „Oh, Carol“), de „Sommertied Blues“ und „Wild Thing“ wird zur „Wildsau“. „Der Wind secht Maria“ dor to. Und die zentrale Figur aller Geschichten ist Haithabu-Häuptling „Rollo, der Wikinger“.

Mit diesem hintergründigen Kulturgut gerüstet, begeben sich die Kuddel-Lyriker auf die freie Wildbahn und unterkellern zunächst mal Schleswig-Holstein. Es muss schließlich „Rut mitn Torf“.
Und in Ermangelung einer Vorgruppe spielen sie zuerst als Basia und kommen dann als Torfrock wieder, Wikinger denken praktisch. Unermüdlich touren die Torfmoorholmer Gebrauchsrocker durch das platte Land und die prähistorischen Rock-Tangos „Volle Granate, Renate“ oder „Presslufthammer B-B-B-Bernhard“ werden nordische Regionalhymnen, woanders bleibt man zumeist unverstanden.

So macht der Bayerische Rundfunk sie zur thailändischen Punkband. Ehre wem Ehre gebührt. 1982 Pause. Klaus (Büchner) und Klaus machen Patte, irgendwo an der Nordseeküste. Ohauahauaha! Nach sechs Jahren raufen sich die Torfi s noch mal zu einem ultimativen Abschieds-Konzert zusammen.

Doch durch die wahrhaft kultische Verehrung, die der Flachund Krachkapelle da entgegenschlägt, schlägt der Spaßpegel wieder ganz nach rechts aus. Und sie bringen erneut alles, von Deichparties bis Metalfestivals, zum Beben. Blödeln, abrocken, Stimmung machen, wer kanns schließlich besser?

Auch die Musik der Werner-Filme stammt zum Teil von den torfrockigen Deichkings. Mit „Beinhart“ zum ersten Film haben sie sogar eine bundesweite Nummer Eins. Büchner ist in allen Filmen die Stimme von Werner, Voß der ehrenwerte Präsi.

Seit 1989 bis heute ist jährliches Speicherlöschen in Fell, Jutesack und Kettenhemd angesagt, wenn Torfrock die weihnachtliche Vorfreude mit ihrer beinharten Bagaluten-Wiehnacht verschönern. Von wegen Stille Nacht und so. Und auch das erlebt man nur auf einer torfmoortypischen Weihenacht: jemand vor der Bühne winkt Klaus Büchner zu. Als er sich runterbeugt, fragt der Typ trocken: „Willst ’n Tannenbaum kaufen?“ - Ist eben schön, dabei zu sein, denn „tut man keine Sünden, man geht nur zu Torfrock rein und tut Erleuchtung finden“. Prost, auffe Helme!

Die beinharten Bagaluten (be)geistern nun schon seit über dreißig Jahren, dies- und jenseits des Wikingerreichs, Götterhämmerung inbegriffen und ihre Torfmoorholmer Spaßfolklore bringt immer noch jeden Saal zum (Über)-Kochen. Goile Paaadie = Torfrock!

Seit Januar 2010 ist nun Neu-Trommler Stefan Lehmann (Ex-Schlagzeuger der Band „Ohrenfeindt“) mit im Torfrock-Boot und haut mächtig rocknrollig auf die Felle. Die Songs üben musste er kaum, schließlich waren Ohrenfeindt die letzten 3 Jahre die Lieblingsvorgruppe der Torfrocker und Stefan kennt jeden Song.

 

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