Klezmer chidesch

Samstag, den 07. Februar 2015 um 20.00 Uhr in der Ulmenhofschule Kellinghusen
 

Karten im Vorverkauf 14,-€, und an der Abendkasse 17,-€

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KLEZMER CHIDESCH (Klezmer Wunder) bringt mit rasantem Spieltempo die heiterste und herzergreifendste Stimmung in jeden Musiksaal. Dabei bringen die vier Musikerseelen Nostalgie, Melancholie, Liebe und Heiterkeit in einem Lebensgefühl zusammen: Dem Klezmer.

Ihre Klezmermusik ist besonders facettenreich, da alle vier Musiker über eine professionelle Musikausbildung und langjährige Erfahrung verfügen.

Klezmer chidesch

Sie mixen klassische Elemente mit fetzigen Jazzrhythmen und lassen auch Improvisationen aus chassidischen Melodien und jüdischen Volksliedern in ihre Musik einfließen. Klezmer chidesch ist bereits international bekannt, es nahm und nimmt an zahlreichen Wettbewerben im In- und Ausland teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. eine Einladung zum "Festival de l'Imaginaire" im April 2005 nach Paris als Sonderpreis des Wettbewerbs "Musica vitale" in Berlin 2004).

JOSSIF GOFENBERG (Akkordeon, Gesang)

Jossif Gofenberg

2004 Gründer der Klezmergruppe "Klezmer chidesch". 2000 bis jetzt Jüdische Volkshochschule Berlin. Lehrer für jüdische Lieder im Kurs "Lo' mir alle singen". 2000 bis jetzt Koordinator des Klezmer Zentrums der Musikschule Berlin-Mitte, 1998-1999 Maxim-Gorki-Theater, Berlin Musiker und Schauspieler im Theaterstück "Väter und Söhne". 1995 Puppentheater "Kaleidoskop" Musiker und Schauspieler. 1994-1996 Bezirksamt Berlin-Neukölln, Kinderklub, Musiklehrer. 1994 "Bar jeder Vernunft", Berlin. Akkordeonspieler und Leiter des Orchesters beim gemeinsamen Auftritt mit "Atze" Artur Brauner, Filmproduzenten. ZDF, Sendung "Nachbarn", im Film "Porträt. Jossif Gofenberg". 1991-1993 Jüdische Gemeinde zu Berlin, Musikbegleiter der Kindergruppe "Gita". 1991-1999 Gründung und Leiter der Klezmer-Band "Zeit 2" Preisträger des .Inter.Klezmer Festival, Sevad, Israel, 1992 sowie des Integrationspreises 2013 der BA Mitte von Berlin.

"Musik war immer schon präsent in Jossif Gofenbergs Leben. Als er sechsjährig eines Tages krank im Bett lag, brachte ihm sein Vater ein kleines Akkordeon mit. Der Junge stand auf und wollte sofort spielen. Der Vater sagte, er wäre krank, er könne noch nicht aufstehen. Der junge Jossif erwiderte jedoch, dass er schon gesund sei. Die Musik habe ihn gesund gemacht. Seitdem ist für ihn Musik der Inhalt seines Lebens." Der Spiegel 40/1995

IGOR SVERDLOV (Klarinette)

Igor Sverdlov

Geburtsdatum: 21.07.1948. Geburtsort: Lepel (Weißrussland) Schulausbildung: 1955-1966 Grund- und Mittelschule in Lepel, Abitur. Musikalische Ausbildung: 1970-1973 Musikfachschule des Leningrader Staatlichen Konservatoriums "N. A. Rimski-Korsakov". Fachrichtung Klarinette. Diplom. 1976-1981 Staatliches Konservatorium "N. A. Rimski-Korsakov". Fachrichtung Saxophon. Diplom. 1982-1985 Doktorant am Staatlichen Konservatorium "N. A. Rimski-Korsakov". Fachrichtung Saxophon. Diplom. Arbeitstätigkeit: 1973-1976 Klarinetten-, Saxophonlehrer sowie Dirigent an der Musikschule Iwangorod (Russland). 1981-1983 Saxophonlehrer an der Hochschule für Kultur, St. Petersburg. 1985-1996 Musiker des Orchesters von "Lenkonzert", Musikschullehrer. 1996 Auswanderung nach Deutschland. Seit 01.04.1997 Musiker beim Orchester der Volkswagen AG.

PAN MAREK (Schlagzeug)

Pan Marek

Pan Marek ist Absolvent der Glinka-Spezialmusikschule in Minsk, Fachrichtung Zimbel. Er ist Gewinner mehrerer Zimbelwettbewerbe in Minsk, Moskau und Kiew. Er konzertiert mit großem Erfolg in vielen verschiedenen Ländern. Sein umfangreiches Repertoire erlaubt ihm eine virtuose Handhabung der verschiedenen Musikstile. Als Zimbelspieler in der dritten Generation setzt er die Tradition seiner Vorfahren erfolgreich fort.

EUGEN MILLER (Kontrabass)

Eugen Miller

Eugen Miller wurde in Kasachstan geboren. Er studierte dort und machte seinen Abschluss später an der Hochschule für Kultur und Kunst in Samara (Russland) E-Bass und Kontrabass. Seit 2002 lebt Eugen Miller in Berlin. Hier spielt er in verschiedenen Besetzungen, auch fürs Radio und Fernsehen. Er ist 1996 Preisträger des Jazz Festival in Atlanta (USA). Eugen Miller lebt mit Herz und Seele für die Musik. Sein fundiertes Wissen über den Jazz Musik prägt auf eine ganz besondere Weise die Klezmermusik.

Was ist Klezmer?

Klezmer-Musik, die tanzt, die singt, die die Freude und Trauer des Lebens zum Ausdruck bringt. Eine Musik, so fruchtbar und vielfältig wie die osteuropäische jiddische Kultur, aus der sie entstanden ist. Sie ist ein Spiegel, der den Einfluss rumänischer, ukrainischer, polnischer, russischer, ungarischer, griechischer und türkischer Sensibilität auf die jüdische Imagination wieder erkennen lässt. Sie wurde von den großen Auswanderungswellen osteuropäischer Juden in die ganze Welt um die Jahrhundertwende mitgetragen. In den leidenschaftlichen Liebesliedern, den heiteren Hochzeitstänzen, den Balladen über historische Ereignisse, den politischen Hymnen und Widerstandsliedern mischten sie die Melodien und Rhythmen der ganzen Welt zusammen.

Zum Terminus "Klezmorim"

Das derzeit bekanntere Wort "Klezmer" war mehr im Osten Europas verbreitet, bevor es vermittelt über Israel und die USA seit den 70er Jahren global adoptiert wurde. In der Bibel ist bereits das Wort "Kle" die gebräuchliche Vokabel für ein Musikinstrument gewesen. In der rabbinischen Literatur wurden Instrumente zur Gesangsbegleitung "Klezmer" genannt. Diese Bezeichnung für das Werkzeug wurde auf dessen Benutzer übertragen, die innerhalb und außerhalb des Ghettos vor allem als Spielleute bei Verlobungen, Hochzeiten und anderen Feiern ihrem Gewerbe nachgingen.

Das 19. Jahrhundert eröffnet vielen Juden die Möglichkeit, die Elendsquartiere zu verlassen, die ihnen im zaristischen Russland und in Österreich-Ungarn zugewiesen worden waren. Ihr Ziel war zuerst und vor allem Amerika. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts sind es etwa 4,5 Millionen, die es geschafft haben, in die Neue Welt zu kommen. Die Mehrheit der Auswanderer versuchte, in Deutschland die Auswandererschiffe zu erreichen. Nicht wenige führt ihr Weg nach Berlin, manche bleiben hier. In Berlin sind die Juden Bürger wie andere auch. Berlin ist aber nicht nur Wirtschaftzentrum und Kulturzentrum Deutschlands, zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Stadt auch eine der Metropolen der modernen Kunst. Nicht zuletzt ein Attraktionspunkt für jüdische Künstler aus dem Osten Europas. Sie leben bevorzugt in bestimmen Wohnbezirken. Noch vor der Jahrhundertwende sind die Juden vor allem auf ihre traditionellen Wohnbezirke in der Stadtmitte beschränkt. Die ärmsten Juden - unter ihnen viele aus Osteuropa - leben im Norden des Verwaltungsbezirks Berlin-Mitte mit dem "Scheunenviertel" am Alexanderplatz, während die Mittelschicht langsam von Tiergarten nach Charlottenburg, Schöneberg und Wilmersdorf zieht. Und das bedeutet, dass die Klezmermusik meistens im Bezirk Mitte gespielt wurde.

Klezmermusik

Die traditionelle Instrumentalmusik der Juden Osteuropas wurde durch den Holocaust und durch Stalin fast völlig zerstört. in den Nachkriegsjahren bauen die Überlebenden der Chassidim (Jüdische Volksbewegung) wieder traditionelle Klezmermusik auf. Anfang der 70er Jahre löste das so genannte Klezmer-Revival wieder ein breiteres Interesse am traditionellen osteuropäischen Klezmer-Stil aus. Das Problem ist vor allem, dass man immer auf der Suche nach Musikern ist, die das können. Im Vergleich zur klassischen Musik, wo es unzählige gut ausgebildete Musiker gibt, gibt es in der Klezmermusik nur sehr wenige Musiker mit einer fundierten Klezmer-Ausbildung.

 

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