Viaggio folklore imaginaire

Samstag, den 17. Mai 2014 um 20.00 Uhr in der Ulmenhofschule in Kellinghusen
 

Karten im Vorverkauf 12,-€, und an der Abendkasse 14,-€

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Viaggio     folklore imaginaire

 

 

Ein spannendes Tor zur Welt ist Hamburg von jeher gewesen. Von hier ging die Reise in andere Kontinente, exotische Ufer und fremde Gestade. Auch in einer globalisierten Welt ist die Hansestadt noch immer Umschlagplatz nicht nur für wirtschaftlichen, auch für kulturellen Austausch. Mit Viaggio hat sich an der Elbe ein schillerndes Quartett zusammengefunden, das in einer urbanen Umgebung den Duft der großen weiten Welt auffängt und daraus eine faszinierende imaginäre Folklore mit Einflüssen aus Chanson, Jazz, Balkantunes und Arabesken entstehen lässt.

Der Klang von Viaggio schöpft aus einer lebendigen Unterhaltung zwischen Akkordeon, Klarinette, Bass und Percussion, und auf jeder Position ist dieser außergewöhnliche Vierer mit einem Meister besetzt: Ein breites stilistisches Spektrum beherrscht Tastenzauberer Arne Gloe, der seit dem Kindesalter auf Akkordeon und Klavier zuhause ist, auch intensiv in den Jazz hineinschritt. Mit Experimentalmusik sowie Theater- und Filmmusik erweiterte er seinen Ausdruckshorizont. Seine Heimat ist die Folkszene Norddeutschlands, die er mit Tango, Klezmer und Balkantupfern bereichert. Mit Stefan Back verfügt das Quartett über einen Klarinettisten, der schon aus dem renommierten Wettbewerb „Jugend musiziert“ als Preisträger hervorging. Nach einer Pariser Stippvisite in der Clownerie durchlief er die Jazz-Talentschmieden Rotterdam und Berklee, bis er in Hamburg vor Anker ging. Backs Aktivitäten sind vielgesichtig: Er ist einerseits Leiter der Städtischen Musikschule Neumünster, andererseits gefragter Studio- und Livemusiker bei Größen wie den Fanta4 und Patrice. Aus Rock-, Jazz- und Soul- Holz geschnitzt ist Bassist Gerd Bauder, der nach seinem Jazzstudium in Frankfurt Lebenserfahrung als Barkeeper, Filmvorführer und Journalist sammelte. In Hamburg frönt er nun professionell dem Tieftöner und kann auf Kollaborationen mit dem Massoud Godemann Trio, finn und Alexander Dannullis, sowie Auftritte auf dem Montreux und Dubai Jazz Festival zurückblicken. Weltmusik-Aficionados werden bei der Nennung des vierten Gruppenmitglieds mit der Zunge schnalzen: Faín Sánchez Dueñas hat lange Jahre maßgeblich die Geschicke der magischen Combo Radio Tarifa in seinen Händen gehalten. Der Madrilene, der von der Rock- über die Flamencogitarre zum orientalischen Schlagwerk kam, taucht seit langem tief ein in die alte Musik Europas und die Klänge Arabiens, und er schöpfte aus diesem Wissen für Radio Tarifa einen einzigartigen Sound zwischen den Zeiten und Welten. Dueñas wirkt heute als Produzent und Percussionist abwechselnd in Madrid und Hamburg.

Mit den elf Stücken ihres Albums „Ode“ geleiten Viaggio in ein Reich der Zwischentöne: Anklänge an eine mysteriöse arabische Vergangenheit, an Tanzschritte in Buenos Aires, an nördlichen Folk und französisches Savoir Vivre, an sonnendurchflutete Mittelmeerküsten und hitzige Slibowitz-Gelage bemerkt der Hörer, ohne dass eine Farbe eindeutig dominierte. Man vertäut mal hier mal da, schreibt bemerkenswerte Einträge ins Logbuch, sticht aber sogleich schon wieder in See für neue Abenteuer: Im Auftakt „Galliano“ erwächst aus versonnenen Phrasen eine übermütige, fast sangliche Hommage an den großen franko-italienischen Harmonikameister. Verschlungene Arabesken auf dem Akkordeon, ein schleichender Bass und feingliedrige orientalische Percussion formen „Les Histoires“, in dem die Klarinette zu einem zunächst geheimnisvollen, dann sehr expressiven Ausflug ausbricht. Im „Balkan Boogie“ heizt die Combo wippend und mit launigen Rhythmuswechseln durch eine verzwickte Melodieführung, bevor sie mit lyrischer Weite in „Mezzo“ und „Blanche Fleur“ eine spielerisch umherschweifende, mediterrane Melancholie kreiert.

Ein Schaukasten für das großartige Zusammenspiel der vier Musiker ist „Pimienta Verde“: Feurig treibend, mit anrollenden Schüben baut sich hier eine wahrhaft gepfefferte Dramaturgie auf. Ein musetteartiges Zwischenspiel mit keltischen Anklängen ist im „Trip To Skye“ versteckt, in folkjazziger Laune dialogisieren die Musiker in dem sehr atmosphärischen „Drop Out“ mit seinem afrikanisch anmutenden Ostinato. Am erstaunlichsten vielleicht aber das eigenwillige „Churros“: Aus einem kreisenden Motiv steigern sich Akkordeon und Klarinette über pumpendem, funkigem Bass und fingerfertiger, erfindungsreicher Percussionarbeit zu wirbelnden, fast freejazzigen Funkenflügen.

Der Weserkurier schrieb kürzlich über einen Auftritt: "Viaggio serviert ein musikalisches Menü aus welterfahrenen Eindrücken, klanglich ausgeformt und instrumental perfekt umgesetzt.“ Dieses Album ist tatsächliche eine „Ode“ ans Unterwegssein, eine fulminante Feier der Unbändigkeit in Tönen.

Perkussion, Kalimba - Faín Sánchez Dueñas
Klarinette, Bassklarinette - Stefan Back
Kontrabass, E-Bass - Gerd Bauder
Akkordeon – Arne Gloe

 

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